
Den Kapitalstock bezifferte der Vorsitzende auf derzeit rund 110000 Euro. Die Stifterversammlung zähle rund 50 stimmberechtigte Mitglieder. Die Stimmberechtigung ergibt sich aus einer Stifterbeteiligung von mehr als 500 Euro. Aus den Zinsen des Kapitalstocks werden wichtige Maßnahmen finanziert. Neben seinem Dank an alle Mitglieder und Gönner sowie an die Stiftungsvorstände Georg Löffler, Thomas Kolb und Dr. Kerstin Löw, die für das Kapital verantwortlich zeichnen, sprach Raum besonderen Dank dem Arbeitskreis „Bürgerstiftung Historisches Kronach“ aus der mit beispielhaftem Engagement und viel Kreativität viele Ideen konzipierte und auch umsetzte, wie zum Beispiel eine große Tombola zur Rosenmesse und aktuell beim Weihnachtsmarkt, deren Erlöse allesamt der Bürgerstiftung zugute kommen. Je mehr man sich in die Materie vertiefe, umso mehr Arbeit warte auf die Bürgerstiftung, weil das Potenzial an „historischen Besonderheiten“ in der Stadt eben sehr groß, vielfältig und sehr wertvoll ist. Darum suche die Bürgerstiftung auch ständig mehr Mitstreiter, Brauchtumsverfechter und Heimatliebhaber, die es schätzen, vorhandenes Erbgut auch für die Nachfahren erhalten zu wollen und die etwas dazu beitragen möchten, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Geschichte, die Denkmäler und für die Tradition in der Stadt zu wecken und zu schärfen. Dazu bedürfe es großen Idealismus einerseits, andererseits bedarf es aber auch der Förderung durch finanzielle Unterstützung, weshalb man für jede Spende sehr dankbar sei. Wenn jemand mehrere Male hintereinander kleine Spenden einbringe, werden diese aufaddiert und ab 500 Euro Spendenbetrag in die Stiftung ist man stimmberechtigtes und wahlberechtigtes Stiftungsmitglied. Der Stiftungsrat wird alle fünf Jahre gewählt. Dank galt Dr. Manfred Blinzler und Stefan Wicklein für die Organisation von Kellerführungen. Das Interesse an den Kellerführungen nehme ständig zu, sagte Stefan Wicklein, der an diesem Tag durch fünf Kellergewölbe der Oberen Stadt in mehreren Stunden rund 120 Personen geschleust hatte und dies ehrenamtlich, denn der Erlös aus den Kellerführungen in Höhe von 590 Euro konnte von Dr. Manfred Blinzler und Stefan Wicklein an den Stiftungsratsvorsitzenden überreicht werden. Dr. Manfred Blinzler hatte für seinen Keller diesmal anstatt einer Ausstellung eine Lichtillumination von Benjamin Kube erhalten, eine brillante Idee und ein faszinierender Anblick: ein historisches Kellergewölbe mit modernster Technik angestrahlt. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein zeigte sich hocherfreut und sehr dankbar über die Aktivitäten der Bürgerstiftung und sagte persönlich und im Namen der Stadt die Unterstützung zu, „an meiner Zusammenarbeit soll es nicht mangeln“. Er wünschte weiter viele Ideen, Gesundheit und Schaffenskraft für die Einbringung bei der Mitgestaltung einer schönen Stadt. Das Bild zeigt die Übergabe einer Spende von 590 Euro, die Stefan Wicklein aus den Kellerführungen überreichen konnte. Von links Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, Stiftungsratsvorsitzender Manfred Raum, Stefan Wicklein und Dr. Manfred Blinzler. In der Diskussion wünschte sich Günther Pohlus mehr Hebung der wertvollen Schätze in der Festung Rosenberg. Und schon war man beim alten Thema, „wer soll das bezahlen?“ Die Stadt Kronach wird den Aufwand von jährlich 300000 Euro zur Erhaltung der Schätze, die zweifellos in der Festung Rosenberg stecken, nicht schultern können, war die Meinung des Ex-Bürgermeisters und Stiftungsratsvorsitzenden. Natürlich sei man einer Meinung, dass gerade in der Festung viel Potenzial schlummere, doch Kronach habe als Eigentümer dieser bedeutenden Anlage nicht die finanziellen Mittel, um die Festung so zu vermarkten, dass sie gebührende Aufmerksamkeit erhalte. Aber es gehe nicht nur um die Erhaltung der Festungsschätze, sondern die Bürgerstiftung habe – wie auch der Verein 1000 Jahre Kronach – schon eine ganze Sammlung weiterer wertvoller Kunst- und Kulturschätze, für deren Aufbewahrung man eine Museumseinrichtung in der Oberen Stadt einrichten wolle. Denn die Erhaltung und Bewahrung von musealen Gegenständen und Denkmälern sei ein wichtiges Anliegen der Bürgerstiftung. Wie viele Anregungen und Initiativen auch von Bürgerinnen und Bürgern kommen, zeigte ein Wortbeitrag von Anni Mehl, die vorschlug, die Bronzeplatten der Stadtgeschichtspromenade von Heinrich Schreiber im Landesgartenschaugelände in einem Buch zu verewigen. Gerne wäre sie bereit, dazu auch finanziell einen Obolus beizutragen. Text und Fotos: K.-H. Hofmann

