Prof. Caston beim Vortrag

1000-Jahre-Kronach-Mitgliederversammlung

Prof. Caston beim Vortrag

Sind die Kronacher Festungswallmauerbrücken die ältesten in Deutschland?

Diese Frage stellt sich nach den Untersuchungen von Professor Dr. Philip Caston, der bei der Mitgliederversammlung des Vereins 1000 Jahre Kronach über die Besonderheiten der Kronacher Festung Rosenberg referierte. Bei seinen Forschungen über historische gedeckte Holzbrücken habe er festgestellt, so der Wissenschaftlicher, der bereits zahlreiche Untersuchungen an den Kronacher Wallmauern durchgeführt hat, daß die beiden Wallmauerbrücken der Festung Rosenberg nach den feststellbaren Merkmalen zu den ältesten bekannten Bauwerken dieser Art zählen könnten.

Caston hat bereits eine große Zahl von gedeckten Holzbrücken untersucht und von Studierenden der Fachhochschule Neubrandenburg einige Modelle nachbauen lassen. Er erläuterte Arten und Bauweisen anhand zahlreicher Beispiele, wobei er in Kronach auf historische Karten verwies, die gedeckte Flußbrücken auswiesen. 1579 stand vor der Altstadt Kronachs entweder über die Kronach oder die Rodach eine im Verhältnis zu den angrenzenden Gebäuden große Holzbrücke mit Ziegeldach. Historisch seien solche Bauwerke, die bereits 50 Jahre alt seien. Älteste Brücken in Kronach? Professor Castons Untersuchungen sind u.a. 2010 in einer Schrift der Fachhochschule Neubrandenburg erschienen; für das nächste cranach-Heft des Vereins stellt er in einem Aufsatz das Wallmauerbrückenthema ausführlich vor.‘

Bei den Wallmauerbrücken der Festung Rosenberg deuten Hinweise, z.B. die in einem Pfeiler der großen Wallmauerbrücke eingemeißelte Jahreszahl 1686, auf ein sehr hohes Alter. Damit stünde Kronach in Konkurrenz mit einer Brücke im hessischen Staden, bei der die Jahreszahl 1684 angegeben sei. Beide Jahreszahlen müssen aber noch wissenschaftlich verifiziert werden, um mit Sicherheit sagen zu können, welche Brücke die älteste sei. Infrage dafür käme eine dendrochronologische Untersuchung der Baumaterialien. Er würde es sehr begrüßen, wenn eine solche Untersuchung durchgeführt werden könnte, seine Mithilfe im weiteren Verfahren biete er gerne an, meinte Caston in der Diskussion zu seinem Vortrag.

Der Vorsitzende des Vereins, Manfred Raum, dankt Prof. Caston für seine Ausführungen über die historischen gedeckten Holzbrücken.

Der Vorsitzende des Vereins, Manfred Raum, dankt Prof. Caston für seine Ausführungen über die historischen gedeckten Holzbrücken.

Vorsitzender Manfred Raum dankte Prof. Caston für seine Ausführungen und die gute Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg, durch welche die Festung Rosenberg mit zahlreichen Publikationen ins fachwissenschaftliche Interesse gerückt worden sei. Erinnert sei hier insbesondere an den Tagungsbericht „Rätselhafte Wallmauern“, den der Verein 1000 Jahre Kronach in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Neubrandenburg herausgegeben habe. Raum regte auch an, die dendrochronologische Untersuchung – wie Prof. Caston empfahl zunächst der kleinen Wallmauerbrücke – auf den Weg zu bringen.

Weitere Sonderveranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen

Raum gab anschließend stichwortartig einen Überblick über das Vereinsgeschehen seit der letzten Mitgliederversammlung. Dabei sei der Kronach-Krimi-Wettbewerb mit bisher zwei Veröffentlichungen erfolgreich gewesen. Die Herausgabe der Übersetzung von J.K. Zeuß´ Einleitung zur Grammatica Celtica stehe unmittelbar bevor. Die Vereinsaktivitäten haben auch die Entwicklung der Bürgerstiftung Historisches Kronach sehr gefördert, insbesondere die Aktivitäten des Arbeitskreises seien organisatorisch unterstützt worden. Zuletzt sei die Festungs-Wappen-Wanderung hervorragend angekommen. Das 20-jährige Bestehen des Vereins werde mit verschiedenen Sonderaktionen in besonderer Weise gewürdigt. Eine Vereinschronik werde Zug um Zug auf der homepage des Vereins erscheinen. Kassier Georg Löffler gab den Finanzbericht und wies auf zahlreiche Zuschuß- und Fördermaßnahmen des Vereins hin. Die Kassenprüfung durch Konrad Ruppert und Friedrich Schedel hatte keine Beanstandungen ergeben, so dass die Versammlung Entlastung der Vorstandschaft beschloß.

Wer kannte Mathias (Matz) Güthlein?

In der Diskussion bat Heinrich Schreiber um einen öffentlichen Aufruf, mit dem noch vorhandenes Wissen bzw. erhaltene Sachen den Blumenmacher Mathias Güthlein und das Katzenhaus am Pförtchen zutage gefördert werden sollten. Heinrich Schreiber hat für den neugestalteten Bereich mehrere Erinnerungsskulpturen, auch ein Kasperltheater, geschaffen. Zur Einweihung soll eine kleine Ausstellung inszeniert werden mit Objekten, die Güthlein geschaffen hat. Wer dazu noch etwas beitragen kann, wird gebeten, sich mit Heinrich Schreiber in Verbindung zu setzen. Kronach, 15.4.2011 mr