Stürze und kaputtes Fass
Was für eine Dramatik in diesem Jahr beim Kronacher Viertelmeisterlauf: Stürze, ein zerstörtes Fass und am Ende holte Viertelmeister Stefan Wicklein mit seinen Bräuknechten Ricardo Ciolka und Günter Landgraf den Titel zurück und siegte zum siebten Mal. Im vergangenen Jahr hatte es die Sensation gegeben, als Markus Steller den Abonnementsieger entthront hatte. Oberbräumeister Thomas Kaiser erläuterte, dass in Original-Tragegestellen wie früher ein 35 Kilogramm schweres Eichenfass getragen werden muss, das noch mit mehr als 50 Kilogramm schwer mit Bier gefüllt ist. Kraft, Schnelligkeit und Geschicklichkeit seien bei den Bräuburchen gefragt, die den Lauf auf dem Kronacher Pflaster bewältigen müssen.

Im ersten Vorlauf trafen das 1. Viertel mit Horst Rubel und dessen Bräuburschen Mike Hellige und Hans Eydmann auf das 2. Viertel mit Stefan Wicklein, dessen altbewährtem Bräuburschen Günter Landgraf und dem Newcomer Ricardo Ciolka. Es sah nach einem Foto-Finish aus, aber unmittelbar vor der Ziellinie stolperten die Bräuknechte des 1. Viertels und verpassten so hauchdünn den Finaleinzug und eine neuerliche Sensation. Im zweiten Vorlauf starteten Dominik Welscher und Patrick Steube mit Viertelmeister Jens Schick furios, doch dann rutschte das Fass aus der Halterung, es kam zum Sturz und fasst wären auch noch Steffen Mahr und Michael Thoennes samt ihrem Viertelmeister Markus Steller über einen wegspringenden Eisenring gestolpert. Fair blieben die sofort stehen, Neustart! Aber es gab kein Ersatzfass. Nun war guter Rat teuer. Schließlich wurden zwei große, aber leere Holzfässer genommen. Jetzt leistete sich das Team von Viertelmeister Markus Steller einen klassischen Fehlstart, bekam das Fass nicht in die Halterungen. Jens Schick konnte sich mit seinen Bräuburschen über den Sieg freuen. Der Endlauf sollte nun die stärksten Bräuburschen der Kreisstadt herausfinden. Es sollte wieder einmal Stefan Wicklein sein, der mit seinen Bräuburschen Günter Landgraf und Ricardo Ciolka jubeln durfte. Schamlos nutzte Stefan Wicklein die Gunst der Stunde, um in die Jubelrufe hinein auf die Bratwürste des elterlichen Geschäfts zu verweisen. Das Volk bejubelte alle Teilnehmer und die Sieger, die ein Fass „Schmäuß“ mitnehmen durften.

Bilder und Text: Rainer Glissnik, Neue Presse
