Königstein

Eine imposante Festungsanlage erkundet

Königstein
Eine lohnende Herbstreise in die Sächsische Schweiz Kronach. Zum Besuch und zur Erkundung der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge hatte der Verein 1000 Jahre Kronach eingeladen. Den Reiseteilnehmern, viele davon eng verbunden mit der Kronacher Festung Rosenberg, sei es als Festungsführerinnen oder Bürgerwehrmitglieder, und überzeugt, dass es keine schönere Festungsanlage in Deutschland geben könne, wurde ein glänzendes Gegenstück geboten: die Bergfestung Königstein beeindruckte schon aus der Ferne beim ersten Anblick an diesem wunderschönen Herbstreisetag. Der Vorsitzende des Vereins 1000 Jahre Kronach, Manfred Raum, hatte als Reiseleiter über einige wichtige Daten der Königsteinfestung informiert und Vergleiche zur Rosenberg gezogen.

Beide werden erstmals urkundlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erwähnt, Napoleon hatte beide besucht und bedeutende Persönlichkeiten waren in den Gefängnissen inhaftiert, auf Königstein beispielsweise Johann Friedrich Böttcher, dem wir das europäische Porzellan verdanken. Mit knapp 1o Hektar Fläche nimmt sich Königstein gegenüber den 23 Hektar, die für die Festung Rosenberg angesetzt werden, relativ bescheiden aus, aber wenn erst mal ins Innere der sächsischen Anlageeingedrungen worden ist, wird schnell klar, wieso es hier im Jahr rund 700 000 (zahlende) Besucher gibt (gegenüber den rund 3o ooo in Kronach). Der Königstein ist ein echter Besuchermagnet, in den natürlich seit langer Zeit erheblich investiert wurde. Dies ist offenbarschon in DDR-Zeiten den Verantwortlichen ein Anliegen gewesen; heute ist es der FreistaatSachsen, dem die Anlage gehört, der sie unterhält und ausbaut, denn viel ist auch dort noch zu tun. Einmalmehr wird aber deutlich, dass mit der Erhaltung solch gewaltiger Festungs-Denkmäler eine kleine Stadtüberfordert ist. Durch gewaltige Eingangstore ist der Königstein fußläufig zu erobern, die Kronacher wählten aber zunächst den schnellen Aufzug , um, oben auf dem Festungsmauerrundweg angekommen, zuerst einmal vom Ausblick in die Sächsische Schweiz begeistert zu sein. Dr. Manfred Blinzler und Manfred Raum begleiteten die Kronacher Gruppen auf zwei Führungslinien, eine mehr durch die unterirdischen Anlagen der Festung, die zweite befasste sich stärker mit den historischen Abläufen. Anschließend blieb viel Zeit um die Besonderheiten der Festung selbst zu erkunden. Im Brunnen-haus kann die Wasserversorgung der Festung mit einem 152 Meter tiefen Brunnen studiert werden, warum August der Starke riesige Weinfässer in das Proviantmagazin einbauen ließ, war zu hören, oder die Wohnung eines Festungskommandanten zu besichtigen. Mit großer Begeisterung und auch ein wenig Neid wurden die anschaulich gestalteten und üppigen Waffenmagazine und Batteriestellungen begutachtet, und im reichhaltigst ausgestatteten Museumsshop konnten alle nur erdenklichen Souvenirs und Informationsmaterialien, sogar ein Führer für die Festung Rosenberg, erworben werden. Ein 2,5 km langer Rundweg auf den Außenmauern bietet immer wieder einen einmaligen Fern-Blick ins mäandrierende Elbtal und den Nationalpark Sächsische Schweiz. Nach einem solchen Rundgang konnte man sich mit leckeren Kuchenspezialitäten aus der Festungsbäckerei stärken oder bei den verschiedenen Restaurationsangeboten zugreifen. Die ständigen Ausstellungen im „Schatzhaus“, dort war der sächsische Staatsschatz mehrfach ausgelagert, in der Magdalenenburg (Kunst, Baugeschichte) oder in den Zeughäusern (Geschichte des sächsischen Zeugwesens),der Besuch der Garnisonskirche oder des Geschoßmagazins und vieler weiterer Einrichtungenlassen für den interessierten Besucher keine Langeweile aufkommen. Für die festungssachverständigen Kronacher war die Erkundung des Königsteins jedenfalls eine lehrreiche Exkursion, die auf dem Heimweg noch manche Diskussion auslöste, was alles in Kronach noch getan werden könnte. Der Heimweg übrigens brachte noch mit dem Besuch der Bastei einen gelungenen Abschluß, denn die dort gebotenen Ausblicke in die Felsformationen begeisterten alle Reiseteilnehmer. Bei der abendlichen Einkehr im Sellanger wurden die Gewinner des Reisequiz ermittelt, es wurde auch der Wunsch laut, in absehbarer Zeit wieder eine ähnliche Erkundungstour anzubieten. Unser Bild zeigt die Königstein-Besucher vor der Magdalenenburg, dem späteren Proviantmagazin, rechts im Bild die Vereinsvorstandsmitglieder Manfred Raum (knieend) und Dr. Manfred Blinzler.

Gruppenfoto der Königsteinbesucher