Rückblick
Die Herren sprachen sich über Ihren hiesigen Aufenthalt sehr lobend aus
Momentaufnahme Kronachs auf dem Weg vom Malerwinkel zur touristischen Destination1
von Alexander Süß

Im Juni 1895 sah man eine ungewöhnliche Reisegruppe im beschaulichen Kronach ankommen. Die Kronacher Zeitung berichtete: In vergangener Woche verweilten die Münchner Maler HH. Professor H. Kaulbach, A. Baur, Max Dasio und Baron Plessen, sowie Herr Schriftsteller Dr. Naumann in hiesiger Stadt.2 Die fünf Herren mittleren Alters zeigten ein ausgeprägtes Interesse an den Baudenkmälern der Stadt und den Naturschönheiten der Umgebung. Schon bald sah man sie, ganz in ihre Skizzenbücher vertieft, einzeln in Altstadt und Festung auf Klappstühlen sitzen, umgeben von immer neuen Trauben neugieriger Kinder und Passanten. Das, was die Künstler plainair in Kronach und weiteren sechzehn Orten in Bayern festhielten erschien 1896 unter dem Titel Entdeckungsreisen in die Heimat als Fortsetzungsgeschichte in Vom Fels zum Meer, einer der vielgelesenen illustrierten Familienzeitschriften Deutschlands.3 Achtzehn der insgesamt 129 Zeichnungen und Aquarelle des Berichts von Neuburg a. d. D. bis Wertheim, zeigen Kronach und sein Umland. Ein Grund genauer hinzusehen.
Turpe est in patria vivere et patriam nescire4
Es ist etwas Schimpfliches, im Vaterland zu leben und das Vaterland nicht zu kennen, so beginnt der Bericht und gibt auch gleich eine Motivation für die Reise selbst.5 Verfasst hat ihn der mitreisende Schriftsteller Victor Naumann und der konstatiert: wenn ich in den folgenden Blättern von Weißenburg am Sand, von Kronach, von Wertheim und anderen alten Nestern rede und die Künstlernahmen Loy Hering, Peuerlin, Pildschnitzer6erwähne, so werden die meisten Städte und Künstler unbekannt sein; am unbekanntesten wohl denen, die ganz genau wissen, wo Orvieto, Rimini, Syrakus liegen, und die sicherlich entrüstet wären, wenn man sie im Verdacht hätte, über Sassoferrato, Sodonna und Andrea del Sarto7 nicht aufs beste Bescheid zu wissen.8 Ein bisschen Zivilisationskritik also, gerichtet an eine Leserschaft, die mehrheitlich den bürgerlichen Schichten in den urbanen Zentren des Fin de Siècle zuzurechnen ist. Die Zeitschrift vereine, so eine zeitgenössische Besprechung, vornehmen Geschmack in der Illustrirung mit einer Gediegenheit des Inhalts.9 Im Grunde richtet sich der Beitrag also auch an seine Verfasser selbst.
Eine zentrale Frage bleibt leider unbeantwortet. Warum beschränkt man sich auf diesen Teil der deutschen Heimat? Denn streng genommen führte die Reise durch die fränkischen Landesteile Bayerns, sieht man einmal von dem im Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg gelegenen Neuburg a. d. D., einem Abstecher ins Herzogtum Sachsen-Coburg und dem letzten Ort der Reise, dem im Herzogtum Baden liegenden Wertheim ab. Vermutlich kannten die damals allesamt in München lebenden Künstler Franken schlichtweg nicht gut genug, oder nur aus der Literatur.
Was sollte der Reisebericht also leisten? Nach eigener Auskunft plante die Gruppe keineswegs die Städte historisch und künstlerisch erschöpfend [zu] schildern, nichts liegt uns ferner. Vielmehr wollen [wir] nur unser subjektives Empfinden wiedergeben, wir wollen nur dasjenige, was wir innerhalb der alten Städte gefühlt und gedacht, auf unsre Weise erzählen. Die Künstler sahen sich als Kundschafter für die Leser […] zu unerschlossenen Gegenden, die traumhaft lieblich anzusehen sind, wie Dornröschen auf ihrem weltfernen Lager, und die nicht einmal durch eine gefährliche Dornenhecke von der andern bewohnten Welt geschieden werden.10 Etwas weiter schreibt Naumann: Mir bleibt nichts mehr zu sagen übrig als der Wunsch, daß unsere Arbeit für manchen der Anlaß sein möge, sich im Vaterlande umzusehen [ ], in etwas den Sinn für landschaftliche Schönheit zu stärken und historisches Empfinden zu fördern.11
Die Entdeckungsreise ist damit auch ein touristischer Text, der sich aber an eine noch kleine Zielgruppe wendet. Eine längere Bildungs-, Erholungs- oder Vergnügungsreise war zwar 1895 schon lange kein Privileg des Adels mehr, dennoch fehlte der Mehrheit der Bevölkerung die Grundvoraussetzung dafür: der bezahlte Jahresurlaub. Einen gesetzlich geregelten Erholungsurlaub für jedermann gab es vor dem Ersten Weltkrieg nicht. Mit Ausnahme der Staatsbediensteten, denen bereits Ende des 19. Jahrhunderts acht bis zehn Tage Erholungsurlaub gewährt wurde, während Angestellte von Privatunternehmen diesen nur vereinzelt und oft nur im Krankheitsfall beantragen konnten. Die Arbeiterschaft hingegen musste sich ihr Recht auf Urlaub erst erkämpfen. Nur ein Beispiel: bei Siemens billigte man ab 1874 den Beamten vierzehn bezahlte Urlaubstage zu, den Arbeitern aber erst ab 1909 einen einwöchigen, nur teilweise bezahlten Jahresurlaub. Erst in der Weimarer Republik standen Arbeitern mit Tarifvertrag einige Urlaubstage rechtlich zu.12

Mit der Fränkischen Schweiz liegt die älteste Tourismusregion Bayerns [Thomas Senne] in Oberfranken. Die landschaftlich reizvolle Region mit ihrer reichen Kulturgeschichte, den Kurorten und Staatsbädern entwickelte sich langsam zu einer attraktiven Destination. Auch die günstige Anbindung an das bayerische Eisenbahnnetz13 und die touristische Erschließung durch regionale Verbände Ende des 19. Jahrhunderts förderten den Fremdenverkehr.14 In Kronach konzentrierte sich die Außendarstellung nach und nach auf vier Themen: die romantische Fachwerkstadt [Kronach als oberfränkisches Rothenburg o. d. T.], den großen Sohn der Stadt Lucas Cranach der Ältere, die Schwedenzeit und den Frankenwald mit Flößerei.15
Es ist also kein Zufall, dass der Text zu Kronach im Reisebericht von 1895 direkt an das in Bayern bekannte Narrativ zu Kronachs Heldenmut während der Belagerungen im Dreißigjährigen Krieg16 anknüpfte. Dem historischen Kern der Erzählung fügte der Autor Naumann einen fiktiven Strang hinzu: in seiner Version erkämpft sich Georg, der 1633 als wandernder Geselle nach Kronach gekommen war, durch heldenhafte Beteiligung an der Verteidigung der Stadt die Hand der Büchsenmachertochter Walburg und findet damit seine neue Heimat. Durchzogen wird die packend erzählte Geschichte, die stellenweise an ein Theaterstück erinnert, von den Zeichnungen und Aquarellen der vier mitreisenden Maler, die aber allesamt keinen Bezug auf den Text nehmen.
Die Reisegruppe

Es war eine illustre Runde, die sich da am Frühlingsende 1895 gut gelaunt anschickte, den Reiz von alten Nestern in Bayern zu entdecken und einem größeren Publikum durch ihre Augen zu präsentieren. Während die vier Maler ihre Impressionen aufs Papier bannten, komponierte ein Sprachkünstler den Reisebericht. Als wortgewandter Chronist fungierte Dr. Victor Naumann (1865 – 1927) ein aus Berlin stammender Jurist, Schriftsteller und Publizist, der nach einem kritischen Artikel in der Frankfurter Zeitung den preußischen Staatsdienst verließ. In der Folgezeit arbeitete er für das Hoftheater in Coburg und lebte als freier Schriftsteller in Wien, Coburg, Gotha,17 Wiesbaden sowie München. Naumann war der Verfasser verschiedener Dramen und Romane,18 veröffentlichte unter mehreren Pseudonymen Beiträge für die Schlesische Volkszeitung, die Münchner Neuesten Nachrichten, die Augsburger Postzeitung oder die Berliner Zeitung. 1919 war er für ein Jahr Direktor der Nachrichtenabteilung im Auswärtigen Amt. Seine hervorragenden Pressekontakte legen nahe, in Naumann den Anstifter zu dieser Reise zu vermuten, im Text selbst finden sich darauf nur versteckte Hinweise.

Mit Hermann Kaulbach (1846 – 1909)19 fand sich ein prominenter Vertreter der Münchner Schule in der Gruppe. Sein Name weist ihn als Spross einer Künstlerdynastie aus: sein Vater, Wilhelm von Kaulbach (1804 – 1874), war Hofmaler von König Ludwig I. von Bayern und Direktor der Münchner Akademie, sein Cousin Friedrich Kaulbach (1822 – 1903) diente als Hofmaler in Hannover, dessen Sohn (und Hermanns Cousin 2. Grades), Friedrich August von Kaulbach (1850 – 1920), war nicht nur Direktor der Münchner Akademie [1886 – 1891], sondern auch einer der bestbezahlten deutschen Portraitmaler seiner Zeit und wird neben Franz von Stuck und Franz von Lenbach zu den Münchner Malerfürsten gerechnet. Wie Naumann hatte auch Kaulbach Beziehungen zu Franken. Von 1861 bis 1865 lebte er als Gymnasiast bei seiner Schwester Johanna und deren Mann, dem Maler, Bildhauer und Leiter der Nürnberger Kunstgewerbeschule August von Kreling (1819 – 1876). Und dieser regte ihn zum Zeichnen und Malen an, so wie das altdeutsche Nürnberg und die allgemeine Begeisterung für altdeutsche Renaissance Kaulbachs künstlerische Anfänge bestimmten.20 Auch Sofie Schroll (1850 – 1920), Kaulbachs spätere Frau, stammte aus Nürnberg.21 Auf Wunsch der Eltern studierte er anfangs Medizin, wechselte jedoch 1867 an die Münchner Akademie, wo er ab 1868 in Carl Theodor von Pilotys (1826 – 1886) Kompositionsklasse lernte. Hermann Kaulbach machte sich als Historienmaler einen Namen, wurde aber besonders für seine gefühlvollen Genrebilder geschätzt. Innerhalb dieser Gruppe stechen die liebevollen Kinderdarstellungen heraus, ein besonderer Blick, den Kaulbach auch bei der Reise immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellte. Er illustrierte Texte von Goethe, Gustav Freitag und Szenen aus Opern Rossinis [Der Barbier von Sevilla] oder Mozarts [Don Giovanni]. Als eines seiner letzten Werke gilt das 1910 erschienene und vielfach neuaufgelegte Kaulbach-Güll-Kinderbuch.22

Der Dritte im Bunde war der Maler und Medailleur Maximilian Dasio (1865 – 1954). Nach einer Ausbildung zum Dekorationsmaler und Ziseleur studierte er an der Akademie München u. a. bei Wilhelm von Diez (1839 – 1907), und leitete nach längeren Italienaufenthalten eine Privatschule für grafische Künste. Dasio unterrichtete dann an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins und wurde Professor an der Königlich Bayerischen Kunstgewerbeschule München, wo er ab 1902 vor allem mit der Ausbildung der Zeichenlehrer und -innen für die Höheren Schulen befasst war. In engem Austausch mit dem Pädagogen Georg Kerschensteiner (1854 – 1932) reformierte er hier den Zeichenunterricht, was er in seiner späteren Funktion als Referent im Königlich Bayerischen Kultusministerium fortsetzte, als ihm der Zeichenunterricht an den Höheren Lehranstalten und den Fachschulen unterstand. Sein Oeuvre ist vielseitig, es umfasst Radierungen und Lithografien zu klassischen Stoffen, ob in Einzelblättern oder Serien, und Buchillustrationen (u. a. für Die Freunde [1906] und Gustav Falkes Aus Muckimacks Reich [1903]). Besondere Bedeutung erlangte er aber als Medailleur, vor allem in der Positiv-Negativ-Schnitttechnik, in der auch Gemmen und Kameen entstanden. Auf der Weltausstellung in Brüssel erhielt er für seine Medaillenkunst 1910 die Goldmedaille. Zu Dasios Werken zählen auch Reichsmark-Kursmünzen und eine große Zahl religiöser wie profaner Kleinplastiken.23
Weniger bekannt ist der vierte Künstler, Heinrich [Adolf Otto] Baron von Plessen (1864 – 1914?). Der achte Sohn des Grafen Carl von Scheel-Plessen24 begann sein berufliches Leben im preußischen Offizierskorps und trat als Oberleutnant außer Dienst. Wie Naumann lebte er in Berlin und von Naumann könnte auch die Einladung zur Teilnahme an der Reise gestammt haben. Interessant ist der Umstand, dass Plessen erst im Anschluss an die Entdeckungsreise durch Franken, nämlich am 21. Oktober 1895, das Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in München aufnahm. Zum Zeitpunkt der Reise war er also der einzige Autodidakt unter professionellen akademischen Künstlern, was den Schluss nahelegt, dass es sich bei der Reisegesellschaft in erster Linie um eine Gruppe von Freunden gehandelt haben dürfte. Die Informationslage zu Plessen ist spärlich, aus seinem künstlerischen Schaffen scheint nichts als die Zeichnungen des Jahres 1895 überliefert. Schon als Offizier suchte er offenbar Kontakt zu Künstlern seiner Zeit, wie sein Gästebucheintrag als Leutnant eines Dragoner-Regiments in der Villa des bekannten Zeichners Christian Wilhelm Allers (1857 – 1915) auf Capri nahelegt.25 Plessen wird auch als früher Berliner Kunde des belgischen Jugendstil-Designers und Architekten Henry van de Velde (1863 – 1957) genannt, der 1899 Möbel für die Charlottenburger Wohnung des Barons lieferte.26 Letztmalig greifbar wird er am 14. Februar 1910 im Rahmen seiner Ernennung zum Ehrenritter des Johanniterordens.27
Erst im Juni 1895 stieß in Weißenburg der fünfte Mann zur Reisegruppe. Naumann schrieb: Nachdem ich meine Gefährten bei der Mittagsmahlzeit durch meine Erinnerungen an alte Tage redlich gelangweilt hatte, wollten wir am Nachmittag den Zuwachs unserer Reisegesellschaft, unseren Landschafter Karl Albert Baur, vom Bahnhof abholen, kamen aber natürlich zu spät, da er bereits in Begleitung eines Bübleins, das sein nicht allzu schweres Gepäck trug, in die Stadt eingezogen war. Er ist von kleiner Statur, kein solcher langer Schlagetot wie die anderen Maler und hat schon mit der Wirtin zur Rose ein eingehendes Gespräch über die Bereitung einer Sahnesauce zum Rehbraten geführt. Das sind günstige Anzeichen!28 Der hier beschriebene Landschaftsmaler Karl Albert [ab 1906 Ritter von] Baur (1851 – 1907) war nicht nur durch häufige Studienfahrten reiseerprobt, sondern als Schriftführer [1885 – 96], dann Präsident der Münchner Künstlergenossenschaft [1903 – 06] und zuletzt Vorsitzender des Hauptvorstandes der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft [1896 – 97] auch eine bestens vernetzte und hoch angesehene Figur in der Künstlerwelt Münchens. Sein Handwerk hatte er, nach einem Studium der Philosophie und Klassischen Archäologie, ab 1875 in der Antikenklasse der Münchner Akademie unter Gyula Benczúr (1844 – 1920), Ludwig von Löfftz (1845 – 1910) und Wilhelm von Diez (1839 – 1907), in der Landschaftsmalerei bei Johann Nepomuk Ott (1804 – 1870) und Ludwig Willroider (1845 – 1910) erlernt.29
Route und Logistik

Auch wenn sich die Frage danach, wie die Reiseroute zustande kam, nicht beantworten lässt, so muss es doch gewisse Festlegungen gegeben haben. Vielleicht nutzte die Gruppe Joseph Langs Führer auf den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen […], ein Reisehandbuch mit nach Routen geordneten Städten, Flecken, Dörfer, Schlößer, Ruinen etc. nebst kurzer Ortsbeschreibung […] sammt Fahrpreis-Tarifen.30 Andererseits schreibt Naumann […] wir alle hatten in etwas einen moralischen Katzenjammer, und eigentlich war dieser Gemütszustand ganz begreiflich. Wir wußten weder, wie die Städte, denen wir zufuhren, aussehen würden, noch hatten wir einen ungefähren Begriff von der Art und Schwierigkeit unserer Arbeit; wir fuhren ins Blaue hinein mit einem gewissen Wagemut, einer genügenden Quantität von Farben, Bleistiften, Leinwand und Pinseln und einer nicht unbeträchtlichen Menge Papiers.[…]31 Anhand der teilweise datierten Zeichnungen lässt sich der Reisezeitraum auf 29. Mai bis mindestens 19. Juni eingrenzen, also drei Wochen oder mehr.
Am 29. Mai 1895 fuhren Naumann, Kaulbach, Plessen und Dasio von München aus mit dem Zug nach Ingolstadt und die Eisenbahn sollte auch in den folgenden Wochen das zentrale Verkehrsmittel der Gruppe bleiben. Auf dem Schienenweg ging es nun weiter nach Neuburg a. d. D., wo die eigentliche Entdeckungsreise ihren Anfang nahm. Als zweite Station wurde am 31. Mai die ehemalige fürstbischöfliche Residenzstadt Eichstätt erreicht und wohl bis 3. Juni künstlerisch erkundet. Weiter ging es in nordwestlicher Richtung ins heutige Mittelfranken in die einstige Reichsstadt Weißenburg, aus der es Zeichnungen gibt, die auf den 5. bis 7. Juni datiert sind. Von hier aus unternahm die Gruppe vermutlich Ausflüge in die nahegelegenen Orte Dollnstein, Pappenheim und Ellingen. Anschließend setzte man die Reise in Richtung Nürnberg fort, wobei die Reihenfolge der besuchten Plätze sich nicht mehr feststellen lässt. Für den 9. Juni ist eine Zeichnung aus Katzwang datiert. Entlang der Wegstrecke von Weißenburg dorthin befinden die anderen Ziele Roth am Sand und Schwabach. Das weiter westlich gelegene Kloster Heilsbronn zwischen Ansbach und Nürnberg erkundeten die Künstler noch, bevor sie sich auf den Weg nach Oberfranken machten. Hier scheint die erste Station Bamberg gewesen zu sein. Allerdings wurde nicht die Stadt, sondern nur einige Pfründner32 des Bürgerspitals porträtiert. Am 15. Juni erreichte die Gruppe Kronach und unternahm von hier aus einen Ausflug auf den Staffelberg, von dem aus man über Staffelstein nach Kloster Banz wanderte. Weiter ging es nun nach Coburg, wo die Gruppe nur Quartier nahm, und am 16. wie auch 17. Juni das nahe Seßlach zu besuchen. Die Reise ging in Unterfranken in ihr Finale, mit Stationen in Haßfurt (19. Juni), Veitshöchheim, Karlstadt (22. Juni), Iphofen und Ochsenfurt, von dort weiter nach Wertheim. In oder um Wertheim nahm man Quartier und besuchte das nördlich auf der anderen Mainseite gelegene und noch unterfränkische Kreuzwertheim sowie Kloster Bronnbach.
Die Reisebilder
Mit insgesamt 129 teils aufwendig reproduzierte Abbildungen bietet der Bericht eine Fülle anspruchsvoller Impressionen von der Künstlerreise. Die Bilder sind entweder in den Text integriert, manchmal auch mehrere auf einer Seite, deutlich seltener aber ganzseitig ohne Text wiedergegeben. Bei den Illustrationen handelt es sich technisch betrachtet um Zeichnungen in Feder oder Bleistift, Aquarelle und Bilder in Mischtechnik. Auch wenn nicht alle Arbeiten signiert und bezeichnet sind, lassen sie sich bis auf fünf Bilder den Künstlern zuweisen. Außer Heinrich von Plessen, bei dessen Beiträgen es sich ausnahmslos um Zeichnungen handelt, arbeiteten alle Künstler in den unterschiedlichen genannten Techniken. Die Bandbreite reicht dabei von Stadt- und Landschaftsansichten, über Architekturmalerei, Portraits, Genreszenen und Karikaturen. Wobei wir bei den drei letztgenannten ausschließlich Kaulbachs versierte Hand finden. Er hat zu jedem Maler der Gruppe ein eigenwilliges kleines Porträt angefertigt, das von klassischen Zeichnungen bis hin zu echten Karikaturen reicht.
Die Verteilung der Abbildungen variiert dabei stark. Während beispielsweise der Text zu Kronach mit neunzehn Illustrationen ausgestattet ist, finden sich zu Weißenburg nur neun. Auch die Beiträge der einzelnen Künstler sind unterschiedlich: während Hermann Kaulbach mit 56 Arbeiten die meisten Bildbeiträge geliefert hat, stammen nur 34 von Maximilian Dasio, 15 von Karl Albert Baur und 11 von der Hand Heinrich von Plessens. Ob es sich hier um die tatsächlich abweichende, individuelle Produktivität des Einzelnen handelt, eine redaktionelle Auswahl beim Layouten des Gesamttextes, oder vielleicht eine Hierarchie unter den Künstlern, muss offenbleiben. Am Beispiel Kronach zeigt sich hinsichtlich der Beteiligung ein etwas abweichendes Bild, denn hier stammen 9 Arbeiten von Kaulbach und 6 von Baur, hingegen nur jeweils 2 von Dasio und Plessen.
Nun zu den Illustrationen aus Kronach selbst. Hier zeigt sich ein besonderes Interesse der Künstler an der Festung Rosenberg, die in sechs Abbildungen thematisiert wird. Den Anfang macht eine Reihe von Innenansichten, beginnend mit Die Partie an der Kronacher Burg, ein in Farbe abgedrucktes Aquarell Maxim Dasios, das den Blick vom Haupttor zur Artilleriekaserne zeigt, mit den linkerhand anstehenden Mauerteilen, dem Mauer- und Schieferturm sowie Teilen des südlichen Fürstenbaus. Hermann Kaulbachs in schwarz-weiß reproduziertes Aquarell Partie von der Feste Rosenberg gibt die Südseite der Kernburg vom Dicken Turm und Kapitänsturm bis zum Kommandantenbau von der Rampe aus gesehen wieder. Eine Federzeichnung Heinrich von Plessens, vom Pechgewölbe aus aufgenommen, zeigt das Neue Zeughaus mit Treppenturm und Torbogen mit Schmiedsturm; sie ist mit Schloß Rosenberg bezeichnet. In der Folge finden sich Außenansichten des Rosenbergs, so im Kronach überschriebenen Titelbild von Karl Albert Baur, mit einer rot umrahmten lavierten Federzeichnung der Festung von Westen, etwa von der heutigen Haingasse aus gesehen. Derselbe Künstler zeigt in einer farbig abgedruckten Kartusche über zwei Seiten eine kolorierte Federzeichnung mit der Ansicht Kronachs von Osten, wobei nur die Festung mit der Vegetation am Kronach Fluss aus zu sehen ist. Direkt darunter, ebenfalls beidseitig, ist Kaulbachs Bleistiftzeichnung Am Schloß in Kronach gesetzt, die den Mauerturm mit Freitreppe wiedergibt. Wiederum Baur zeichnete in Bleistift den Blick auf die Festung Rosenberg, mit einem Feldweg zwischen bewaldetem Felsgestein und Mauerresten, möglicher Weise wieder von der heutigen Haingasse, also von Westen aus gesehen.


Drei Abbildungen geben Gebäude aus der Kronacher Altstadt wieder. So gewährt Kaulbachs Gemälde Partie an der Stadtmauer, das von der Zwingermauer aus, hinter dem Torhüterhaus am ehemaligen Strauer Tor her angefertigt wurde, einen ungewöhnlichen Blick auf den Lehlaubenturm. Von Plessen stammt die Federzeichnung Partie von Kronach, in der die Gebäude des Kalten Ecks mit dem Turm dargestellt sind. Eine seltene Ansicht bietet wiederum Kaulbach mit seinem Aquarell Der Storchenturm in Kronach, in dem neben dem Turm auch das 1906 bei dem Teileinsturz der Stadtmauer zerstörte Haus „zur Wolfsschlucht“ dargestellt wird.33
Seinen Blick für Details bewies Kaulbach auch bei der mit Heiligenbild in Kronach umschriebenen Zeichnung der gotischen Pest-Marter34 an der Gabelung von Kreuzberg- und Kaulangerstraße. Nur 50 Meter entfernt befindet sich die Schweden-Marter aus dem 17./18. Jahrhundert, die Dasio im Hintergrund seiner Darstellung des zeichnenden Hermann Kaulbach unter dem Titel Jugendliche Kritiker festgehalten hat. Im Fokus der aquarellierten Zeichnung stehen hier zwei Kinder mit Hund, die dem Künstler beim Malen über die Schulter schauen.
Neben der Festung und der Stadt interessierte sich ein Künstler der Gruppe besonders für die Kronacher Landschaft und widmete ihr fünf Darstellungen: Karl Albert Baur. In dem farblos abgedruckten Aquarell Landschaft bei Kronach gibt er eine flache Flusslandschaft wieder, wie sie heute noch entlang der Rodach zwischen Neuses und Küps zu sehen ist. Die raumgreifende Zeichnung Verlassener Steinbruch zeigt den aufmerksamen Blick und sicheren Strich des versierten Landschaftsmalers, wie auch seine Federzeichnung Bei Kronach. Das schlanke Hochformat betont den Weg durch die weite felsige Naturkulisse, in der ein Wanderer als Silhouette über das Land blickt. Auch in Baurs letzter reinen Landschaft Auf dem Wege von Kronach nach Mitwitz erkundet er zeichnerisch die Topographie. Der im felsigen Gelände ansteigende Pfad lenkt den Blick an einer kleinen Kapelle am Wegesrand vorbei hinauf auf den Kamm des Hügels, wo sich kaum erkennbar die Silhouette, vermutlich eines der anderen Maler findet.

Die Kronacher Motive der Künstler sind bis auf drei Ausnahmen unbelebt. Während Dasios Jugendliche Kritiker eher beiläufig eine Alltagszene aus dem Künstleralltag schildert, stellen sein Schäfer aus der Kronacher Gegend und Kaulbachs Mädchen von Kronach zwei Menschen vor, die für die Maler vor Ort bemerkenswert schienen. Besonders eindringlich wirkt die junge Frau im Halbstück. Ob Genreszene oder Portrait, vielleicht beeindruckte Kaulbach einfach das Mädchen mit seiner riesigen Rückentrage. Über die Identität der beiden Kronacher schweigen sich Zeichnungen und Text aus.
Fazit
Die Entdeckungsreisen in die Heimat bieten den abwechslungsreichen Bericht einer durch Franken tourenden Gruppe von Münchner Künstlern. Von Mai bis Juni 1895 entstanden künstlerisch anspruchsvolle Momentaufnahmen, die eine damals weniger bekannte Destination mit dem Ziel vorstellte, den Binnentourismus zu fördern.
Für Kronach ist das Konvolut bislang unbekannter Ansichten von Stadt, Festung und Umland ein kulturgeschichtlich wie bildkundlich interessanter Fund. Die Reisebilder von Kaulbach, Dasio, Baur und Plessen ergänzen die in den Städtischen Sammlungen befindlichen Kronacher Veduten von Vertretern der Dresdner Schule35 um Werke der Münchner Schule. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitet dann mit dem Spätimpressionisten Armin Reumann (1889 – 1952)36 wieder ein Vertreter der Münchner Malerei zu Kronacher Motiven. Die Werke von Künstlern gleich zweier bedeutender Zentren der akademischen Malerei in Deutschland dokumentieren eindrucksvoll das Interesse am Malerwinkel Kronach um 1900.37
Anmerkungen
- Zitiert aus dem Bericht zur Künstlerreise in der Kronacher Zeitung Fränkischer Wald, Nr. 138, 48. Jg., Montag 17.06.1895, vgl. A 2. ↩︎
- Der vollständige Bericht lautet: Kronach. In vergangener Woche verweilten die Münchner Maler HH. Professor H. Kaulbach, A. Baur, Max Dasio und Baron Plessen, sowie Herr Schriftsteller Dr. Naumann in hiesiger Stadt. Die Künstler nahmen verschiedene alterthümliche, interessante Bauten auf und dienen die Bilder zur Illustration eines Werkes über Bayern, dessen Herausgeber Hr. Dr. Naumann ist. Die Herren sprachen sich über Ihren hiesigen Aufenthalt sehr lobend aus. In: Fränkischer Wald, Nr. 138, 48. Jg., Montag 17.06.1895. ↩︎
- Die Zeitschrift Vom Fels zum Meer. Speman’s illustrirte Zeitschrift für das deutsche Haus wurde 1881 durch den Verleger Wilhelm Spemann (1844 – 1910) begründet und zählt zu den großen Familienzeitschriften und Massenblättern des Kaiserreichs. Sie erschien monatlich, später halbjährlich in 36 Jahrgängen, Redakteur war Joseph Kürschner (1853 – 1902). Die inhaltlichen Schwerpunkte lagen bei kulturellen Themen, Reisen und Literatur. 1917 ging die Zeitschrift in Die Gartenlaube auf. Vgl. Alfred Adolph Estermann, Kontextverarbeitung […], München 1998, S. 144 f. Die Redewendung Vom Fels zum Meer findet sich auch als Devise des Hausordens von Hohenzollern [gegr. 1841] und im Titel von Franz Liszts Deutschem Siegesmarsch [De la montagne a la mer. Marche triomphale allemande] von 1853/55. ↩︎
- Lateinischer Aphorismus, fälschlich klassischen Autoren zugeschrieben, tatsächlich wohl erst im 18. Jhd. entstanden. Im Reisebericht von Victor Naumann wird er als Zitat des Plinius Minor ausgewiesen. ↩︎
- Victor Naumann, Entdeckungsreisen in die Heimat, in: Vom Fels zum Meer, 15 (1895/1896) 1, S. 45. ↩︎
- Gemeint sind: Loy Hering (um 1484/85-nach 1554), dt. Bildhauer der Renaissance in Eichstätt; Peuerlin, eine dt. Bildhauerfamilie in Augsburg, entweder Hanns Peuerlin der Ältere (1434 – 1482) oder dessen gleichnamiger Sohn, Hanns Peurlin der Mittlere (um 1440-um1507), und der Meister des Eichstätter Domhochaltars, bezeichnet als „Pildschnitzer“. ↩︎
- Es sind dies die Maler Giovanni Battista Salvi, gen. Sassoferrato (1609 – 1685), Giovanni Antonio Bazzi, gen. Sodoma (1477 – 1549) und Andrea del Sarto (1486 – 1530). ↩︎
- wie Anmerkung 5. ↩︎
- Rubrik Literatur, in: Conversations-Blatt, Beiblatt zum Regensburger Tagblatt, Nr. 122 (Mittwoch, 16.10.1895). ↩︎
- Victor Naumann, Entdeckungsreisen in die Heimat, in: Vom Fels zum Meer, 15/1 (1895/1896) 1, S. 46. ↩︎
- ebd. ↩︎
- Vgl. hierzu Günther Schulz, Die Angestellten seit dem 19. Jahrhundert, München 2000, S. 90 f, Jürgen Kocka, Unternehmensverwaltung und Angestelltenschaft am Beispiel Siemens 1847 – 1914, Stuttgart 1969, S. 42, oder allgemein Karl Ihmels, Das Recht auf Urlaub, Königstein Taunus 1981. ↩︎
- Franken war über die Ludwig-Süd-Nord-Bahn [1844 – 54] und die Ludwigs-West-Bahn [1846 – 54] an das Bayerische Schienennetz angeschlossen, Kronach über die 1861 eingeweihte Strecke Hochstadt-Gundelsdorf. ↩︎
- Erste regionale Verbände waren, als Ableger des Deutschen Alpenvereins der Frankenwaldverein [1876] sowie der Fichtelgebirgsverein [1878] und der Fränkische-Schweiz-Verein [1901]. Auch die frühe Wandervogelbewegung [1896/1901] kann hier mit eingerechnet werden – Stichwort Kronacher Bund [1920]. Vgl. Robert M. Müller-Mateen, Der Kronacher Bund [ ], in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach 31 (2023), S. 39 – 44. ↩︎
- Vgl. hierzu Alexander Süß, Hochverdient und schnell vergessen. Erinnerungen an den Kronacher Stadtbaurat Hanns Werner (1866 – 1948), in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach 31 (2023), S. 74 – 81. ↩︎
- Publizistisch vorbereitet u. a. durch Franz August Bauer (Hg.), Der Patriotismus der Stadt Kronach im dreißigjährigen Kriege dargestellt in Denk- und Ehren-Reden nebst der Original-Chronik einigen Gedichten und vier Stahlstichen, Bamberg 1846. Künstlerisch nahm sich sowohl Lorenz Kaim (1813 – 1885) in seiner Akademiezeit des Themas mit dem Gemälde Schwedensturm [1838] an, als auch der Historienmaler Eduard Schwoiser (1826 – 1902) in seinem Fresko Die Kronacher vertheidigen gegen schwedische und weimarische Truppen 1634 heldenmuthig ihre Stadt für das erste, 1867 eröffnete Gebäude des Bayer. Nationalmuseums. Mindestens Schwoisers Adaption dürfte der Künstlergruppe bekannt gewesen sein. ↩︎
- Am Hoftheater Coburg/Gotha hatte Naumanns Drama Das Recht auf Sitte im Januar 1893 Premiere. ↩︎
- u. a. Das Recht auf Sitte [Drama, 1893], Ikarus [Drama, 1894], Tote Liebe [Schauspiel, 1895] oder Aus der Jugendzeit [Lustspiel, 1896], Himmlische und irdische Liebe [Roman, 1894], Mea culpa [Roman, 1895], Erlöst [Erzählung, 1895], Was ist Wahrheit [1902], Quos ego [1905], Die deutschen Universitäten in ihrem Verhältnis zum Staat [1909], Profile [1925] etc. Vgl. hierzu Gerhard Keiper/ Martin Kröger (Hg.), Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes: L-R, Band 3, Paderborn/ München/ Wien/Zürich 2008, S. 346. ↩︎
- Vgl. Hermann Kaulbach, in: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a. (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 37 Bde., Leipzig 1907 – 1950, Bd. 20 (erschienen 1927), S. 22. ↩︎
- Horst Ludwig, Malerei der Gründerzeit, Neue Pinakothek München 1977, S. 99. ↩︎
- Ihr Vater war der in Nürnberg tätige Zeichner und Stahlstecher Wilhelm Schroll. Er fertige Landschaftszeichnungen als Stahlstich-Vorlage für Carl Rorich, besonders zur Fränkischen Schweiz, schuf eigene Stahlstiche zu Burgen, Ruinen, Landschaftsmotiven und Trachten, sowie Stahlstiche nach Zeichnungen Rudolph Geißers von Bamberg, Forchheim, Lichtenfels, Burgkunstadt und Vierzehnheiligen. Vgl. Elisabeth Eckel, Oberfränkische Trachtengrafik des 19. Jahrhunderts, Bamberg 2001 als Online-Ressource, oder Karl Sitzmann, Künstler und Kunsthandwerker in Ostfranken, Kulmbach 1983, S. 500 [Stichwort Schroll]. ↩︎
- Bezirkslehrerverein München (Hg.), Das Kaulbach-Güll-Kinderbuch, München 1910. Der Dichter Friedrich Güll (1812 – 1879) war der Hauslehrer Hermann Kaulbachs. ↩︎
- Vgl. Maximilian Dasio, in: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a. (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 37 Bde., Leipzig 1907 – 1950, Bd. 7 (erschienen 1912), S. 412 f. ↩︎
- Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser 1911, Gotha 1911, S. 807. ↩︎
- Der Eintrag lautet: Heinrich von Plessen, Bromberg, Lieut. im Dragoner Regt.3 [das ist Grenadier-zu-Fuß-Regiment Freiherr von Derfflinger, auch Neumärkisches bis 1913 in Bromberg stationiert], in: Gerd Fahrenhorst (Hg.), Gästebuch der Villa Allers auf Capri 1892 – 1902, Hannover 2024, S. 47 (als Online-Ressource http://www.cwallers.de/gaestebuch/GaestebuchOhne.pdf, Abruf 17.04.2026). ↩︎
- Vgl. https://ores.klassik-stiftung.de/ords/ksw_internet/r/werkverzeichnis-henry-van-de-velde/personen (Abruf 17.04.2026). ↩︎
- Vgl. hierzu https://www.deutsche-gesellschaft-fuer-ordenskunde.de/DGOWP/wp-content/uploads/2021/07/Liste_Ehrenritter_Johanniterorden_N_Scheuring.pdf (Abruf 17.04.2026). ↩︎
- Victor Naumann, Entdeckungsreisen in die Heimat, in: Vom Fels zum Meer, 15/1 (1895/1896) 7, S. 320. ↩︎
- Vgl. Karl Albert Baur, in: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a. (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 37 Bde., Leipzig 1907 – 1950, Bd. 3 (erschienen 1909), S. 91. ↩︎
- Joseph Lang, Führer auf den Königlichen Bayerischen Staats-Eisenbahnen und den Königlich privilegirten Ost-Bahnen, Augsburg 1861. ↩︎
- Victor Naumann, Entdeckungsreisen in die Heimat, in: Vom Fels zum Meer, 15/1 (1895/1896) 1, S. 48. ↩︎
- Pfründner kann der Inhaber einer Pfründe, der Bewohner eines Alten- oder Armenhauses sein. In diesem Falle aber sind Fürsorgerentner gemeint. In Bamberg gab es eine entsprechende Versorgungsanstalt für alte, erwerbslose Menschen im Elisabethen- und Katharinenspital, die später in die Abtei Michelsberg als Bürgerspital verlegt wurde. Vgl. Stadt Bamberg (Hg.), Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Allgemeinen Krankenhauses zu Bamberg, Bamberg 1889, S. 47. ↩︎
- Vgl. Alexander Süß, Hochverdient und schnell vergessen. Erinnerungen an den Kronacher Stadtbaurat Hanns Werner (1866 – 1948), in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach 31 (2023), S. 75. ↩︎
- Die Pest-Marter gilt als eine der ältesten Martern im Landkreis Kronach und wird auf das frühe 15. Jhd. datiert. Aufstellungsort war ursprünglich das Ufer der Kronach. Vgl. Roland Graf/ Willi Schreiber, Martern – Kreuzstein – Steinkreuz, in: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach 1 (1974), S. 50 f. ↩︎
- Das sind Rudolf Poeschmann (1878 – 1954), Fritz Beckert (1877 – 1962) u. Ferdinand Dorsch (1875 – 1938). ↩︎
- Vgl. Hans Vollmer (Hg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Leipzig, 1956, Bd. 4, S. 52 oder Kai-Uwe Schierz, Armin Reumann – Ein dt. Impressionist, Bielefeld/ Berlin 2012. ↩︎
- Im Oktober 1908 war Prof. Friedrich Kallmorgen (1856 – 1924) aus Berlin mit 10 Malereischülern für drei Wochen in Kronach, Eintrag Besucherbuch Stadtmuseum Kronach vom 25.10.1908. Etwa zeitgleich zu Reumann kam der Berliner Maler und Grafiker Gustav Lüttgens (1898 – 1968) nach Franken. Er hielt bis in die Nachkriegszeit das Kronacher Stadtbild in zahlreichen Varianten fest und war von 1926 bis 1932 in Kronach wohnhaft. Zur Biografie: Hans Vollmer (Hg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Leipzig, 1956, Bd. 3, S. 269. ↩︎
Bildnachweis: Achim Bühler (Fotos): Kronach – Festung Rosenberg und Kronacher Stadtturm, Karl Albert Baur unter dem Sonnenschirm, Mauerturm mit Freitreppe, Mädchen von Kronach. Bayerische Staatsbibliothek München, MDZ: Jugendliche Kritiker, Maxim Dasio, Heinrich von Plessen zeichnend, Karte der Wanderfahrt, Schloß Rosenberg – Neues Zeughaus.

Aus dem Heft
Dieser Beitrag erschien in cranach – Magazin für das Kronacher Land, Ausgabe 60/2026. Das Heft mit weiteren Beiträgen zur Kronacher Stadtgeschichte gibt es im Shop des Vereins.


