
Am 16. Oktober 1553 ist Lucas Cranach d. Ä. in Weimar gestorben. Daran wird seit letzter Woche im Cranach-Welten-Schaufenster in der Amtsgerichtsstrasse erinnert.
Gezeigt wird ein von Rudolf Reidelshöfer, Kronach, stammender monochromer Ausschnitt (Foto) des Cranachschen Selbstportraits aus dem Bild Die Heilige Sippe, welches sich in der Akademie der Bildenden Künste Wien befindet. Das um 1509/10 entstandene Werk zeigt Cranach im Alter von etwa 38 Jahren. In Kronach ist häufiger das Cranach-Portrait aus den Florentiner Uffizien zu sehen, das ihn etwa 80-jährig zeigt. Der Kronacher Maler Lorenz Kaim hat es 1872 kopiert, seinen Platz hat es im Historischen Rathaussaal gefunden. Im Gasthaus Zum Scharfen Eck gab es auch eine solche Kopie, so dass er als alter Mann in Kronach besser bekannt wurde. Über seine Jugendzeit in Kronach ist wenig bekannt. Und auch sein Geburtshaus gibt es seit 1972 nicht mehr.

Jahrzehntelang fälschlicherweise als Cranach-Geburtshaus vermarktet
1872 wurde bei der Feier von Cranachs 400. Geburtstag am Gasthaus Scharfes Eck eine Steinplatte angebracht, die das Haus als Stätte seiner Geburt bezeichnete. Warum dies ein folgenreicher Irrtum war, hat Anja Weigelt M. A. 2011 kompakt im Katalogband Maler Lucas aus Kronach, herausgegeben von der Cranach-Stiftung Wittenberg, dargestellt. Die Erkenntnis nämlich, dass das Cranach-Elternhaus am Marktplatz gestanden haben muß, hatte sich in den 1990er Jahren durchgesetzt. (Foto 2) Das Scharfe Eck kam dafür nicht mehr in Betracht. Seit 1872 hatte es aber für die Stadt und für verschiedene Unternehmen als Werbe-Aushängeschild gegolten und tauchte deshalb auf zahllosen Werbeartikeln auf. Davon sind einige im Cranach-Welten-Fenster zu sehen.

KC 21.10.21/mr
