Kronachs Geschichte

Kronachs Geschichte ist auch Ihre Geschichte

Nichts hat den Menschen in Kronach, auch seine sozialen und wirtschaftlichen Strukturen, mehr geprägt als die 1000-jährige Geschichte seiner Heimat. Noch heute begegnet sie uns auf Schritt und Tritt: nicht nur mit den Bauwerken in ihren unterschiedlichen architektonischen Formen, sondern in allen Bereichen des kulturellen Lebens. Dennoch gibt es noch viel zu erforschen, in Erinnerung zu rufen, aufzuarbeiten.

Diese Aufgabe mit Sorgfalt und Liebe zur Sache zu bewältigen, das haben wir auf unsere Fahnen geschrieben. Wäre das nicht auch eine Aufgabe für Sie? Der Verein „1000 Jahre Kronach e.V.“ bietet dafür das geeignete Forum.

stadtgeschichte

1003

Erste Erwähnung „urbs Crana“ im Manuskript des Thietmar von Merseburg

Anlass waren die Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich II und dem Grafen Heinrich (Hezilo) von Schweinfurt, der in aussichtsloser Situation seine Burg in Kronach aufgab und selbst niederbrannte. Die Besiedlung Kronachs reicht, so wird vermutet, bis ins 8. oder 9. Jahrhundert zurück.

Urkunde

1122

Heinrich V. schenkt das „praedium Crana“ dem Bistum Bamberg, das 1007 von Heinrich dem II gegründet wurde.

Durch die Schenkung wurde der Grundbesitz des Bistums wesentlich vergrößert. Kronach entwickelt sich zum Verwaltungsmittelpunkt des Gebietes.

1249

Erste Erwähnung der „Burg auf Rosenberg“

Die exponierte Randlage Kronachs zu den mächtigen Nachbarn, den Grafen zu Orlamünde und den streitbaren Edelherren zu Truhendingen, erforderte eine militärische Befestigung, galt es doch die Neuansiedlungen und das Rodungsland zu sichern.

Ca. 1300

Kronach erhält Stadt- und Marktrechte

Der Zeitpunkt der Stadtgründung ist nicht festgehalten. Aufzeichnungen des Langenstadter Vertrages von 1260 lassen aber vermuten, dass die Stadt schon vor 1250 entstand.

Stadtansicht_alt

1320

Ältestes bekanntes Stadtsiegel

Das Siegel zeigt die stilisierte Amtsburg des Landesherrn und trägt die Umschrift „+S (igillum) Civitatis in Chranach“, Siegel der Bürgerschaft in Kronach.

Siegel_1

1384

Erste Stadtordnung

Es ist anzunehmen, dass sich Kronach am Bamberger Stadtrecht orientierte. Dabei wurden hauptsächlich Rechte und alte Gewohnheiten bestätigt, die von der Gnade des regierenden Bischofs abhängig waren.

1430

Belagerung im Hussitenkrieg

Die Bürger der Oberen Stadt zündeten zu ihrem eigenen Schutz die „Vorstädte“ an, was aber mit deren Bewohnern nicht abgesprochen war. Langjährige Streitigkeiten waren die Folge.

1472

Geburtsjahr von Lucas Cranach

Er gilt als einer der bedeutendsten Maler der deutschen Renaissance. Lucas Cranach verbrachte seine Jugendjahre in Kronach. Über Wien kam er nach Wittenberg, wo er die meiste Zeit seines Lebens an der Seite von Martin Luther verbrachte. Er starb 1553.

Lucas

1525

Bauernkrieg

In Kronach wurden den Bauern ohne große Gegenwehr Stadt und Schloss Rosenberg überlassen. Rat und Bürger beteiligten sich sogar am Aufstand gegen den fürstbischöflichen Landesherrn.

1553

Markgrafenkrieg

Stadt und Schloss Rosenberg überstanden den Krieg, der von Marktgraf Albrecht von Brandenburg-Kulmbach angezettelt wurde unbeschadet. Weitaus härter traf es das Umland.

1583

Bau des Historischen Rathauses

Der 1512 entstandene Bau erhielt 1583 seine Renaissancefassade mit einem dreigeschossigen Volutengiebel. Um 1600 wurde noch das Säulenportal mit „Wilden Mann und Frau“ eingefügt.

altesrathaus

1594

Erster „formvollendeter“ Hexenprozess

Die Hexenverfolgung hinterließ auch in Kronach ihre Spuren. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden in Kronach die ersten Hexen vor Gericht gestellt. Dieser Irrsinn dauerte in Kronach bis in die Zeiten des Dreißigjährigen Krieges hinein.

Hexenturm

1626

Kronach wird von der Pest heimgesucht

Ca. 400 Personen raffte die Seuche dahin. 1634 suchte die Seuche ein weiteres Mal Kronach heim, diesmal starben über 1000 Menschen.

1632-34

Belagerungen im Schwedenkrieg/Pest

Trotz dreimaliger Belagerung und viermaligen Ansturmes konnte die Stadt und die Festung Rosenberg nicht eingenommen werden. Die Kronacher Frauen zeigten bei der Abwehr der angreifenden Truppen besondere Tapferkeit.

Schwedensturm

1633

Erste Schwedenprozession

Für ihr tapferes Verhalten während der Belagerung im Dreißigjährigen Krieg dürfen die Kronacher Frauen der jährlichen Schwedenprozession zur Festung vorangehen. Die Dankprozession geht auf ein Gelübde im Jahre 1632 zurück, das aufgrund der starken Bedrängnis durch schwedische Truppen und deren glücklichen Ausganggeleistet wurde.

1651

Neues Stadtwappen, goldene Kette und „Spanischer Habit“

Bürgermeister und die Ratherren der Stadt erhalten vom Bamberger Fürstbischof Melchior Otto Voit von Saltzburg das Privileg „Habith, gleich wie solchen die Herrn Bürgermaister zu Nürnberg vnd Cöln tragen / dan dem regierenden Burgermaister ein guldene Ketten mit anhangendem dero Fürstl. Bildnus / einen grossen Spanischen Kragen / vnd Hut“ zu allen festlichen Gelegenheiten tragenzu dürfen.

1654

Errichtung der Ehrensäule am Melchior-Otto-Platz

Für die Ehre die Fürstbischof Melchior Otto der Stadt und den Bürgern durch die Verleihung des Stadtwappens und der goldenen Bürgermeisterkette erwiesen hat, errichten ihm die Kronacher Bürger eine Ehrensäule.

Säule

1744

Zweite goldene Kette übergeben

König Josef (ab 1705 Kaiser Joseph I) löst ein Versprechen ein, das er während eines Besuches im Jahre 1702 den Kronacher Bürgern gegeben hatte.

1803

Kronach wird bayerisch

Das ganze Gebiet des Hochstiftes Bamberg und mit ihm auch Kronach wird aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses bayrisch. Bereits 1802 ließ der bayerische Kurfürst Maximilian IV das Bamberger Bistum besetzen.

1806

Napoleon in Kronach

Napoleon inspiziert auf seinen Weg zur Schlacht bei Jena/Auerstedt die Festung Rosenberg. Er übernachtet im Pfarrhaus zu St. Johannes.

Napoleon Bonaparte

1888

Kauf der Festung durch die Stadt Kronach

Die Stadt Kronach kaufte für 32 000 Mark die Festung und verhinderte so den geplanten Abriss durch die bayerische Staatsregierung.

1972-75

Bau des neuen Rathauses

Altbürgermeister Baptist Hempfling beendete 1975 seine Festrede zur Einweihung des neuen Rathauses mit den Worten:

„Möge dieses große Werk, das in die Jahrhunderte wirkt, vielen Generationen schützendes Dach und einigende Mitte zugleich sein für viele gute, an christlichen Wertmaßstäben orientierte Entscheidungen zum Wohle einer Bürgerschaft, die weiterhin geprägt sein möge von Geschichte und Tradition im Wandel der Zeit!“.

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2002

Landesgartenschau in Kronach

Aus einem mit Altlasten verseuchten Gelände entstand unter dem Motto „Neue Ufer“ eine blühende Gartenlandschaft, die von 630 000 Menschen besucht und bewundert wurde. Heute ist das Gebiet ein beliebter Nahererholungsbereich für die Kronacher Bürger, der auch für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt wird.

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2003

1000-Jahr-Feier von Kronach

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen feierten die Kronacher ihr 1000-jähriges Stadtjubiläum. Ausstellungen, Theaterspiel, Gedichtemarathon, Historische Treffen und Feste und ein fulminanter Festumzug zeigten das Engagement der Bürger und ließen die Stadtgeschichte temporär lebendig werden.

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