Schöödu-Haus und Schööduera

Vor vier Jahren zum Kronach Stadtspektakel 2011 entwickelte Stadtvogt Hans Götz die Idee eines „Schöödu-Hauses“. Darunter konnte sich zunächst keiner etwas vorstellen. Dass der Begriff vom „schön tun“ abgeleitet ist, war nicht sofort ersichtlich. Als man das wusste und damit auch den personifizierten Ausdruck „Schööduera“ in Verbindung bringen konnte, war ein Gedankengang angestoßen, der die Ortsbeschreibung und die Personalie leicht in ein falsches Schubfach legen ließ.

Wer aber vor Jahren die Eröffnung des Schöödu-Hauses miterlebt hat, und das waren nicht wenige, erfuhr schnell aus dem Munde des Stadtvogtes, dass die Dienste, die die Schönduera anbieten sollten, nur aus Liebe zu Kronach geschehen sollten. Bis auf eine Person, die anonym und dick eingemummt aus der Ferne das Geschehen mit unflätigen Ausdrücken kommentierte, spendeten die vielen unvermummten Zuschauer der Idee spontan Beifall. Die „Kroniche Schööduera“ sollen ihren Gästen nicht nur die Schönheiten der Stadt zeigen sondern bei Ihnen auch eine Zuneigung zur Stadt anregen. Die wird aber nur geweckt werden können, wenn der Gast die Liebe der Schööduera zu ihrer Stadt Kronach wahrnimmt. Wahrlich, das ist kein einfaches Unterfangen. Deshalb kann der Dienst einer Schööduera nur von Frauen versehen werden, die als erstes ein große Liebe zur Stadt Kronach empfinden und zweitens bereit sind, diese Liebe auch dem Kronacher Gast gegenüber zu kommunizieren.

Es wäre schön, wenn zum diesjährigen Kronacher Stadtspektakel dieser ehrenvolle Dienst wieder belebt werden könnte. Am Schmäußtag bietet sich für potentielle Schööduera die Gelegenheit Kontakt mit Stadtvogt, Kastner und den Viertelmeistern aufzunehmen, um diesen die Wahrhaftigkeit ihrer Liebe zu Kronach zu zeigen. Wem dieser Nachweis gelingt, wird in die „Schööduera-Zunft“ aufgenommen und erhält als Zeichen der Zugehörigkeit das gelbrote Band aus der Hand des Kastners.

Hans Götz,Stadtvogt