Housenkuh

Informative und ansprechende Schaufenster gestaltet

Schaufensterdekorateure nach der Arbeit
Verein 1000 Jahre Kronach und Bürgerstiftung Historisches Kronach haben zu Kronach leuchtet die Gestaltung von zwei Schaufenstern in der Oberen Stadt beigesteuert.

Die Kronicher Housnkuh hoppelt in vielfältigen Ausführungen vor den Mauern des kolossalen Festungsaufbaus und erinnert an die listige Stadterrettung. Im anderen Fenster gibt die Bürgerstiftung einen Einblick in ihre Arbeitsfelder. Die restaurierte Nothelferplatte gehört dazu als Beispiel für verschiedene Fördermaßnahmen zur Erhaltung von Kunstobjekten. Zu sehen sind aber auch Ankäufe und Schenkungen von Bildern, so z.B. der Kronacher Stadtaufbau des Sonneberger Künstlers Armin Reumann.

Schließlich wird mit einigen älteren Porzellanartikeln das Anliegen der Bürgerstiftung demonstriert, Erzeugnisse der früheren Porzellanfirmen aus dem Kronacher Land zu sammeln, um einmal dieses Kapitel Kronacher Wirtschaftsgeschichte dokumentieren zu können. Stiftungen und Spenden nimmt die Bürgerstiftung jederzeit gerne entgegen. Dem Hauseigentümer Richard Chalupa dankte Vorsitzender Manfred Raum für die Unterstützung bei der Schaufenstergestaltung.

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Unser Bild zeigt die Schaufensterdekorateure (v.l.) Bildhauer Heinrich Schreiber, der Hasen aus seiner Housnkuhsammlung beisteuerte, Dr. Kerstin Sperschneider sowie die Vorstandsmitglieder Annelore Walker und Stadtvogt Hans Götz von 1000 Jahre Kronach e.V.

Kronach, 13.07.12 MR

Weitere Impressionen des Schaufensters

Housenkuh
Housenkuh
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Für alle, die den Hintergrund nicht kennen…

Was hat`s auf sich mit der „Kroniche Housnkuh“?

Kroniche Housnkuh, „Kronacher Hasenkuh“ (lepus vocco cranagensis); die Hasenkuh ist kein Fabelwesen aus Hase und Kuh, wie man auf den ersten Eindruck vermuten möchte, sondern die Bezeichnung für einen weiblichen Hasen. Die Bürger Kronachs tragen seit der Zeit des 30-jährigen Krieges den Spitz-namen „Kroniche Housnküh“. Grund dafür ist eine Begebenheit, die sich während einer Bela-gerung durch die Schweden zugetragen haben soll. Da Kronach trotz zahlreicher Bestürmungen nicht einzunehmen war, versuchten die feindlichen Truppen durch eine längere Belagerung die Stadtbevölkerung auszuhungern und so die Kronacher zur Übergabe ihrer Stadt zu bewegen. Die Schweden raubten die umliegenden Ortschaften aus, stahlen das Getreide und gruben auch die vom Hasslachberg zur Stadt laufende Wasserleitung ab. Diese Belagerungsmaßnahmen führten zu einer äußerst kritischen Versorgungslage und großer Hungersnot in der Stadt. Angesichts dieser aussichtslosen Situation griffen die Kronacher zu einer List. Sie ließen das letzte in der Stadt noch vorhandene Tier, eine alte Hasenkuh, auf der Stadtmauer herumhoppeln. Als die Schweden sahen, dass die Kronacher es sich noch immer leisten können, Tiere frei laufen zu lassen, gaben sie die Belagerung auf und zogen mit Schande ab. So konnte die Stadt mit einer Kriegslist gerettet werden. Die Kronacher Bürger jedoch nennt man seit dieser Zeit nur noch die „Kroniche Housnküh“.