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Dringend gesucht: Personen, die etwas über den Güthleins Matze wissen!

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Vielleicht gibt es noch alte KronacherInnen, die den Matthias Güthlein gekannt haben, alle können aber jedenfalls das Haus (in der heutigen Form) besuchen, in dem er gelebt hat.

Worum geht es? Der Güthleins Matze und das Katzenhaus
Häuser haben oft – zumal wenn sie in einem Denkmalensemble wie der Kronacher Kernstadt stehen – eine interessante Geschichte. So auch das “Katzenhaus” am Pförtchen*), das in jüngster Zeit eine Erneuerungskur erfahen hat. Es ist auf alle Fälle wert, sich einmal dort umzusehen und die positiven Veränderungen wahrzunehmen, die sich aus den neuen Nutzungen des Stadthotelkomplexes ergeben haben. Obschon noch bis vor wenigen Jahren als ein vollbelegtes Katzen-Heim genutzt, erhielt das “Katzenhaus” seinen Namen allerdings vor viel längerer Zeit, wovon Andreas Bauer in den 1960er Jahren in seinen Geschichten “Hanskäschpela”**) und “Das Katzenhaus”***) erzählt hat.

Alt-Kronach wird in diesen Schilderungen des Lebenslaufs von Mathias Güthlein (und seiner Schwester Kunigunde, der Kull) lebendig. Daß die Geschwister zahlreiche vernachlässigte Katzen aufnahmen und pflegten, “lauter arme Invaliden” wie Andreas Bauer schreibt, das hat dem Haus die Bezeichnung beschert. An diese Tierliebe erinnert Bildhauer Heinrich Schreiber nun in seinen Sandsteinarbeiten an der neuen Fassade, an der es viele Tiere zu entdecken gibt, und nicht nur Katzen.

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Warum aber ein “Kasperltheater” an der Fassade? Schreiber lag auch die kreative Arbeit des Güthleins Matz am Herzen, der als “Blumenmacher” seinen Lebensunterhalt verdienen sollte, aber sich viel lieber mit dem Schnitzen beschäftigte, vor allem von Kasperlköpfen aus Lindenholz. “Da er ein Theaternarr war”, schreibt Bauer, “von Jugend auf alles, was in punkto Theater in den Reklambüchlein herauskam, kaufte und studierte, kannte er die Klassiker und hatte seine Auffassung über jedes Stück. Daß ihn Goethe mit seinem Faust interessierte und begeisterte, ist klar. Den Doktor Faust spielte aber auch jedes große Kasperltheater als Hauptvorstellung, wenn es im Sommer die Freischießen, Schützenfeste und andere Volksfeste besuchte. Güthleins Matz bekam deswegen auch viele Aufträge für Köpfe aus dem Dr. Faust. Die weiblichen Figuren vom Gretchen bis zu den Hexen schnitzte er in verschiedenen Masken. Den Faust konnte man bei ihm mit oder ohne Bart, als Gelehrten und schmucken Junker bestaunen. Sein Mephisto aber war in ungefähr zwanzig verschiedenen Darstellungen zu finden…” ****) So ist es also gut zu verstehen, daß Bildhauer Heinrich Schreiber an das Katzenhaus auch ein kleines Kasperltheater angefügt hat, mit einer Auswahl Güthleinscher Kasperlfiguren, weil er dem Blumenmacher und Holzfigurenschnitzer ein Andenken widmen will. Schützenauszug in Holz geschnitzt Zu wenig hat sich sonst offenbar von seinen “Künsten” erhalten. Allerdings harrt im städtischen Museumsdepot eine sehr schöne Schnitzarbeit von Güthlein noch der öffentlichen Darstellung: ein “Schützenauszug” mit all den dabei notwendigen Persönlichkeiten wurde von ihm vor dem Hintergrund des Bamberger Tores angefertigt. In der Gründungsphase der “Bürgerstiftung Historisches Kronach” ist diese außergewöhnliche Arbeit restauriert worden, denn sie war vom Holzwurm hart bedrängt. Eine Ausstellung Güthleinscher Arbeiten wäre dann natürlich noch viel interessanter und aussagekräftiger, wenn es gelänge, noch das eine oder andere Stück aus seinem Schaffen ans Tageslicht zu fördern. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß noch hie oder da eine Arbeit zu finden ist, denn “wer vom Güthleins Matz einen Hanskaschpeleskopf besitzt, der hat ihn aufgehoben und in die Vitrine gestellt”, meinte Andreas Bauer schon 1964. Aufruf Deshalb bittet Heinrich Schreiber, und wir mit ihm, alle alten Kronacher doch einmal nachzuschauen, ob nicht irgendwo noch etwas ruht, was zu Ehren des Mathias Güthlein besser in eine öffentliche Präsentation gehört. Auch reparatur- oder restaurierungsbedürftige Stücke wären durchaus von Interesse. Informationen bitte an Heinrich Schreiber direkt oder an die Adresse des Vereins 1000 Jahre Kronach (Kronach, Rödernstr. 8) bzw. per Email ——————————— *) Ein Foto vom Katzenhaus aus den 1920er Jahren ist in der Zeitschrift des Vereins 1000 Jahre Kronach e.V., Heft 19/1997, Seite 27 abgebildet. Heinz Stenglein hat dazu berichtet, dass nach dem II. Weltkrieg dort für einige Zeit die Stadtbücherei untergebracht war. **) in: Aus Kronach Stadt und Land, Fränkischer Heimatkalender, Coburg 1964, S. 121 ff., auch enthalten in: Wat ne Bärbela, Geschichten und Gedichte aus dem Frankenwald, Bamberg/Kronach 1990, 2. Aufl. 1994, S. 112 ff. ***) Zum Beispiel in: Wat ne Bärbela, S. 167 ff. ****) Anm. **) S. 121. – Auch am Laientheaterspiel in der Kolpingsfamilie hatte Güthlein großes Vergnügen, siehe das Vereinsportrait in diesem cranach, Seite ……, und was er mit seiner Schwester Kull an Theaterstückchen sonst zu bestehen hatte, das schildert Andreas Bauer sehr einfühlsam. Bilder: 1. Kaspertheater an der Fassade (Foto Manfred Raum) 2. Schützenauszug (Foto Petra Zenkel) Verfasser: Manfred Raum, 25.8.2011 (s. auch cranach # 44, S. 14 f.)