Städtepartnerschaft zwischen Kronach und Hennebont

20 Jahre Städtepartnerschaft Kronach-Hennebont

Städtepartnerschaft zwischen Kronach und Hennebont
… eigentlich aber bestehen freundschaftliche Kontakte schon seit 25 Jahren zwischen Bürgerinnen und Bürgern der beiden Städte! Schon im Februar 1986 waren Hennebonter Delegierte in Kronach mit dem Auftrag, eine Städtepartnerschaft anzubahnen. Weil die damalige Stadtführung dem Anliegen wenig Beachtung schenkte, machten sich Bürgerinnen und Bürger mit Vereins- und Schulunterstützung (Esperanto-Gruppe, Lions-Club, Frankenwald-Gymnasium, Europa-Union, Junge Europäer, Jugendorchester Kronach) daran, der Partnerschaft zum Laufen zu verhelfen. Das Jugendorchester Kronach unter Leitung von Reinhard Grebner nahm kurzentschlossen die Einladung zu einem Partnerschaftsbesuch an und schickte den ersten Reisebus auf die 1400 km lange Distanz.

Am 20. März 1986 wurde in Kronach ein Partnerschaftskomitee gegründet. Die erste Vorsitzende Brunhilde Lorenz, zugleich Vertreterin des Frankenwaldgymnasiums, erwies sich als Glücksgriff, denn sie war es auch, die später durch ihren Schuljahrsaufenthalt in Hennebont viel Verständigungsarbeit leistete.

Wie ernst es die Hennebonter meinten, demonstrierten sie durch einen Stafettenlauf Hennebont-Kronach: um das Hauptargument für die ablehnende Haltung des Kronacher Stadtrates, die große Entfernung zwischen beiden Städten, zu entkräften, zeigten sie, dass sich die Strecke auch „spielend“ zu Fuß zurücklegen lasse! In nur 100 Stunden legten 50 Aktive, davon 16 Läufer, die Strecke von 1270 km zurück und erreichten das Kronacher Rathaus am 3. Mai 1986. Dort übergaben sie einen Hennebonter Wappenstein, der am Kronacher Rathaus seinen Platz erhalten hat. Am Strauer Tor wurde als Zeichen der Partnerschaftsarbeit ein Partnerschaftsbaum gepflanzt. Und in diesem Sommer 1986 gab es dann auch bereits eine Reihe von Besuchen und Urlaubsaufenthalten von Kronachern, die sich für die Städtepartnerschaft engagierten und die Bretagne erkundeten.

Immer mehr Kontakte

Die Hennebonter Hartnäckigkeit beeindruckte immer mehr Kronacher, und es verstärkte sich Jahr für Jahr das Interesse an einem echten städtepartnerschaftlichen Austausch. Mit den hervorragenden Hennebonter Tischtennisspielern nahmen die Sportler der Turnerschaft Kontakt auf, und die beiden Kronacher Gymnasien waren für Schulpartnerschaften offen. Die privaten Kontakte nahmen zu und entwickelten sich zu Freundschaften. Zu verschiedensten Anlässen gab es Gegenbesuche auch ohne offizielle städtische Absegnung der Partnerschaft, so zu den jeweiligen Stadtfesten, hier und dort. Aber trotz allem mußten die Partnerschaftsbefürworter noch bis 1990 warten, bevor die Türen des Rathauses auch offiziell für Besucher aus Hennebont offenstanden. Schon als Kreisvorsitzender der Europa-Union hatte ich deren Arbeit auf eine Partnerschaft mit Hennebont konzentriert und auch als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat war es mir ein besonderes Anliegen, diese offiziell zu vereinbaren. Nach der Kommunalwahl 1990 war es dann soweit, für eine Partnerschaft mit Hennebont gab es nun eine Mehrheit im Stadtrat. So konnte bereits am 31. August 1990 die Städtepartnerschaft in Kronach beim Besuch einer Delegation unter Führung von Bürgermeister Jean Le Borgne besiegelt werden. Die Bestätigung erfolgte in Hennebont am 25. Mai 1991, was eine große Zahl von Kronachern miterlebte und in guter Erinnerung hat. Seither hat sich diese Städtepartnerschaft in einzigartiger Weise als lebendig und fruchtbar erwiesen. Und aus diesem Anlaß wurde im Sommer 2010 in Kronach und im Juni 2011 in Hennebont das 20-jährige Partnerschaftsjubiläum begangen und die Partnerschaft von den jetzigen Bürgermeistern Gérard Perron und Wolfgang Beiergrößlein bestätigt.

(28.6.2011 Manfred Raum)