Burg und Herrschaft oder Mythos Burg

Ausstellungsereignisse in Berlin und Nürnberg – Ein Besuchsangebot des Vereins 1000 Jahre Kronach e.V. Für welche Ausstellung soll man sich entscheiden: für die im Deutschen Historischen Museum in Berlin oder die im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Für uns Kronacher liegt Nürnberg mehr oder weniger „auf dem Weg“, weshalb die Entscheidung für die Frankenmetropole leichter fällt.

Aber auch inhaltlich scheint die Ausstellung in Nürnberg das Thema Burgen präsenter darzustellen als in der Hauptstadt. Der „Mythos Burg“ wird in Nürnberg teilweise entzaubert. Unser gängiges Bild vom Leben auf der Burg, überwiegend geprägt von Historienfilmen, wird zurecht gerückt. Nicht edle Ritter und anmutige Burgfräulein sind das zentrale Thema, sondern der durch Kälte, Flöhe und Langeweile bestimmte Alltag wird hier auf der Basis gesicherter Forschungsergebnisse u. a. im Wesentlichen dargestellt. Dies muss nicht zwangsweise langweiliger erscheinen. Allein die Anzahl der ausgestellten Objekte – es sind 650 – würde dieser Annahme Lügen strafen Selbstverständlich haben die Ritterturniere in der Ausstellung ihren angemessenen Platz. Sie fanden aber – und hier wird ebenfalls mit einem Klischee aufgeräumt – nicht auf, neben oder gar in der Burg statt. Sie wurden meist in der Nähe von Siedlungen, wegen des größeren Platzangebotes und sicherlich der zahlreicheren Zuschauer abgehalten. Auch gehörte die Belagerung einer Burg nicht zur Hauptbeschäftigung der ritterlichen Waffenträger. Meist war der Alltag hinter den Mauern weniger aufregend und zudem von Kargheit und Mangel geprägt. Unter den vielen interessanten Ausstellungsobjekten ist auch als Leihgabe das „Modell einer Phantasie-Burg“, das sonst seinen Platz in der Fränkischen Galerie hat (siehe Bild). Interessant ist auch, dass die Betrachtung des Burgenlebens nicht mit dem Ende des Mittelalters aufhört, sondern deren Nutzung auch in der Neuzeit gezeigt wird. Sowohl die militärische Verwendung in der Renaissance und im Barock, wie auch die repräsentative Nutzung bis in das 19. Jahrhundert sind Themen der Ausstellung. Hier findet man auch den Anknüpfungspunkt an unsere Festung Rosenberg, die genau diese Entwicklung, wie die verschiedenen Bauphasen zeigen, vollzogen hat. Aber nicht nur deshalb ist es für die Kronacher Festungsfreunde interessant, diese Ausstellung in Nürnberg zu besuchen. Der Verein 1000-Jahre-Kronach bietet die Möglichkeit am Samstag 9. Oktober zu einer Fahrt nach Nürnberg. Ganz gemütlich soll es ablaufen: um 8.41 Uhr Abfahrt mit der Bahn (Bayernticket) in Kronach. Kurzer Fußweg zum Germanischen Nationalmuseum, dort am Vormittag Führung (oder Audioguide) durch die Ausstellung „Mythos Burg“. – Nach einem Nürnberger Bratwurst-Schmaus ist Zeit für einen Besuch der Kaiserburg oder zur freien Verfügung. Rückfahrt (nach Wunsch der Teilnehmer) um 17.44 oder 19.44 Uhr. Wer mitfahren will, melde sich möglichst umgehend beim Vorsitzenden des Vereins 1000 Jahre Kronach, Manfred Raum an, Tel. 20409. Weitere Informationen:www.gnm.de/mythos-burg

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