1. Ratsherrenzug nach 1635 – Bilder-Update!

Ein eindrucksvolles Erlebnis für die Beteiligten und ein in jeder Hinsicht großer Erfolg war der Ratsherrenzug, der am Wochenende von Kronach nach Nordhalben führte und mit dem „Frieden von Nordhalben 1635“ seinen Höhepunkt fand. In Erinnerung an das historische Ereignis, das den ersten Sonderfrieden im 30-jährigen Krieg zwischen den verfeindeten Lagern brachte, zogen gut zwei Dutzend tapfere Kronacher Weibs- und Mannsbilder das Rodachtal hinauf auf den Nordhalbener Berg. Angeführt vom Stadtvogt Hans Götz und seinen Viertelmeistern, bewacht von der Cronacher-Ausschuss-Compagnie unter ihrem Obrist-Hauptmann Walter Schinzel-Lang und begleitet von Marketender(inne)n mit Pferdegespann sowie Nachwuchs erreichte der Tross am Samstag nach knapp zweistündigen Marsch das aufmüpfige Dorf Marktrodach.

Verstoß Dort wird schon seit geraumer Zeit gegen das Kronacher Bierprivileg verstoßen, wie die Amtsleute feststellten. Allerdings zeigte sich der Vogt Norbert Gräbner, angesichts seiner versammelten Flößertruppe mit ihren Flößerhaken und Breitbeilen sowie mit Rückendeckung durch die nicht weniger wehrhafte Landtagsfrau Christa Steiger im Flößermuseumsgarten wenig einsichtig: „Euer Kronicher Dünnbier wöll mer nier!“ Doch der mitgeführte Probetrunk von Braumeister Thomas Kaiser überzeugte dann einen Teil der „Roddicher“. Frisch gestärkt und unter dem Ehrengeleit der Flößer ging es dann durch die blühenden Felder weiter talaufwärts ins schmucke Zeyern und über die Erlabrück nach Steinwiesen zum Tagesetappenziel. Im frisch renovierten „Goldenen Anker“ wurden die Gäste von der Wirtin Edithe Maria Kolb de Souza Leao gut aufgenommen, die jedoch auch das Bierprivileg missachtet, wie umgehend festgestellt wurde. Der zur Verstärkung angereiste Oberbürgermeister der Stadt Kronach, Wolfgang Beiergrößlein, konnte aber auf fremden Territorium wenig ausmachen und empfahl deshalb auch hier die gütliche Vergleichsverkostung mit dem „Schmäuß“ aus dem Trossgepäck. Dem kam dann auch die Nordhalbener Delegation gerne nach. Müde Füße Weil der Weg nach Nordhalben mit müden Füßen doch sehr beschwerlich war, nahm ein Teil der Reisenden am Sonntagmorgen den historischen Museumszug bis Mauthaus – der Berg aber blieb. An der Talsperre entlang und dann den Hellgothsgrund hinauf schwitzen Mensch und Pferd in der Mittagshitze gewaltig, kamen aber noch frühzeitig in Nordhalben an. Angeführt vom Trommlerzug Wallenfels und einer Nordhalbener Delegation unter den Organisatoren Rudolf Ruf und Bernd Radlo traf der Tross in der Ortsmitte ein. Vogt und Amtsverweser Josef Daum begrüßte die honorigen Gäste, zu denen eine Abordnung Reußischer Gesandter unter dem dortigen Amtsschösser (und ebenfalls Bürgermeister) Peter Oppel stieß. Mit der Klage einer kriegsmüden Frau (Ingrid Gehring) und der frohen Kunde eines Botschafters (Norbert Neugebauer) begann die Verhandlungsrunde vor dem Gasthaus „Zum Christoph“ mit ihren jeweiligen Wortführern. Die beiden zunächst streitenden Parteien wurden von ihren Reußischen (dargestellt von Nordhalbenern) und Kronacher Begleitern lautstark unterstützt, während der Nordhalbener Gastgeber als ausgleichender Pol die Ruhe bewahrte. Groß war die Freude, als der Schreiber (Bernd Radlo) schließlich den Friedens-Recess verkündete. Durch das Spiel führte als moderierender Erzähler Rudolf Ruf, der auch die Hauptorganisation in Nordhalben übernommen hatte. Die stattliche Zuschauerzahl applaudierte kräftig und ließ sich dann von den feuerspeienden Gauklern von Castra Vita auf das Feuerwerk der deutschen Nationalmannschaft im angrenzenden Wirtshof einstimmen. von Norbert Neugebauer/Neue PresseFotos von Dr. K. Sperschneider

Weitere Bilder des Ratsherrenzuges nach Nordhalben finden Sie in unserer Fotogalerie (von Dr. K. Sperschneider) bzw. auf der Webseite von Nordhalben (Norbert Neugebauer u.a.). Weitere Zeitungsbericht: NEUE PRESSE

zeitungnpnordhalben