Wenn sich die Vertreter der historischen Gruppen aus Kronach und Nordhalben am Samstag, dem 26.06.2010 auf den Weg von Kronach nach Nordhalben machen, dann tun sie dies nicht mit den Fortbewegungsmitteln des 21. Jahrhunderts sondern greifen zurück auf die Trans-portmittel des 17. Jahrhunderts. Das heißt, Sie werden mit Pferdefuhrwerk, zu Fuß und im historischen Gewande die ca. 30 km zurücklegen.

Anlass für diese Aktion ist ein Ereignis aus dem Jahre 1635, das
regional aber auch im Kon-text mit dem Westfälischen Frieden von 1648
doch eine Besonderheit im Dreißigjährigen Krieg darstellt. Die
Amtshauptmannschaft Cronach durchlebte in der Zeit von 1632 bis 1634
ihre schwersten Jahre. Drei Bestürmungen und vier Belagerungen durch die
Schweden hatte sie zu widerstehen. Als dann im Herbst 1634 die Pest
durch die Gassen und Häuser der Stadt zog und mehr als 300 Bürger
dahinraffte, erreichte das Elend seinen Höhepunkt.
Bürgermeister,
Stadtvogt und Ratsherren suchten verzweifelt nach einer Lösung zur
Linde-rung der Not, denn es mangelnde immer mehr an Lebensmitteln zur
Versorgung der Bevölkerung. Als einzigen Ausweg erkannten die Herren,
sich an die benachbarten, jedoch verfeinde-ten, Reußen in Lobenstein zu
wenden. Man schickte daher eine schriftliche Anfrage, die posi-tiv
beantwortet wurde, erhofften sich doch die Reußen, durch eine
friedlichen Handel, die fortwährenden Übergriffe aus dem katholischen
Lager zu beenden.

Der Ratsherrenzug wartet im Jahre 2014 mit einem absoluten Highlight auf. Das hat sich aus der letzen Sitzung (10.12.13) des Organisationsteams in Steinwiesen ergeben. Die Nordhalbener Gruppe unter ihren Projektleitern Norbert Neugebauer und Steven Größner kamen mit hochherrschaftlichen Gästen ins Aparthotel Steinwiesen. Seine Durchlaucht Prinz Reuß Heinrich XXV gab sich zusammen mit seinem Forstmeister Hartmut Hofmann die Ehre an dem Treffen teilzunehmen.

Nachdem einige profane Scharmützel zwischen Nordhalben und Kronach ausgetauscht waren verkündete Prinz Heinrich aus der reußischen Linie derer zu Lobenstein, dass es ihm gefallen würde, sich am Frieden von Nordhalben zu beteiligen, auch wenn er aus der Diskussion vor Ort nur wenig friedliche Absichten ablesen könne. Diese Worte, wohlgesetzt, wie es sich von Menschen mit adeligen Stand gehört, ermahnten und erfreuten die schlichten Kronacher Gemüter so, dass sie ihrer Überraschung und Erstaunen nicht sofort kund tun konnten. Dr. Kerstin Löw, Tourismusleiterin der Stadt Kronach, war die erste, die wieder ihre Fassung erlangte und gedankenschnell mit akademisch geschulten Worten ihre Freude Ausdruck gab. Dieser neue Sachstand animierte Sie sofort ihre marketingtechnischen Überlegungen für den Ratsherrenzug auf das Thüringische auszudehnen. Da die Reußen nun auch selbst einen Zug von Lobenstein nach Nordhalben initiieren wollen, stellten sich diese Überlegungen für Frau Dr. Löw als zwingende Notwendigkeit heraus. So werden sich nun am 20.07.2014 die Kronacher Ratsherren mit authentischen reußischen Abgesandten auf dem Festplatz des Nortwald Spektaculums treffen, um den Friedensschluss des Jahres 1635 unter der Regie von Rudolf Ruf nochmals aufleben zu lassen. Dazu wird in Kronach am 19.07.2014, 15.00 Uhr vom Marktplatz Kronach der Abmarsch der Kronacher Delegation erfolgen. Auf dem Weg nach Nordhalben wird wieder Zwischenstation in Marktrodach gemacht, wo die Einhaltung Kronacher Bierprivilegien ein weiteres Mal eingefordert werden. Weiter geht es dann über Zeyern nach Steinwiesen zum Übernachtungsplatz am Aparthotel. Am nächsten Tag erfolgt der Abmarsch um 10.00 Uhr. Ab Mauthaus begibt sich der Kronacher Zug in Norhalbener Geleit. An der Ködeltalsperre entlang wird der letzte Anstieg gen Nordhalben angestrebt um dann gegen 13.00 Uhr mit dem Zug aus dem reußischen Landen zusammen in den Festplatz einzufahren.

Für das Nordwaldspektakulum liegt nun ein vorläufiges Programm vor, das hier (Link) eingesehen werden kann. Vom 18. bis 20. Juli 2014 treffen sich in Nordhalben zum zweiten Mal historische Gruppen, um im friedlichen Wettbewerb ihre Kräfte zu messen. Mit den Berglandspielen wird auch der Friede von Nordhalben inszeniert. Er erinnert an ein historisches Ereignis, das 1635 zum ersten Friedensschluss im Dreißigjährigen Krieg führte, 13 Jahre vor dem Westfälischen Frieden im Jahre 1648. In diesem Jahr ziehen von bambergischer und reußischer Seite jeweils ein Friedenszug gen Nordhalben, um dies für die Region nicht unbedeutende historische Ereignis nachzustellen. Am Zug selbst können sich alle beteiligen, die im historischen Gewand den Spuren der damaligen Verhandlungsführer folgen möchten. Szenische Aufführungen in Marktrodach und Steinwiesen sorgen für unterhaltsame Atempausen.

