Aushänger in der Oberen Stadt: s'Antla

Neues Nasenschild in der Oberen Stadt

Aushänger in der Oberen Stadt: s'Antla
Seit Kurzem kündigt ein neues Nasenschild von einer Einrichtung, dessen Name in Kronach schon für einige Diskussion gesorgt hat. Es befindet sich in der Amtsgerichtsstraße, Ecke Judengasse im ehemaligen Floßherrenhaus und jetzigen Gastwirtschaft: „s´Antla“. Das „Antla“, fränkisch „Entla“, hat lobenswerter Weise auf eine illuminierte Außenwerbung verzichtet und macht lediglich durch einen Schriftzug an der Häuserfront – der im Übrigen sehr dezent von der Straßenlampe ausgeleuchtet wird -und einem Ausleger auf einen Hotel- und Gaststättenbetrieb aufmerksam, der sicherlich für eine Belebung der bisher im gastronomischen Schatten der Lucas-Cranach-Straße liegenden Amtsgerichtsstraße sorgen wird.

Der Betreiber Herr Holzmann, zeigte auch bei seinem neuen Projekt viel Einfühlungsvermögen für das denkmalgeschützte Ensemble der Oberen Stadt. Dafür sei ihm an dieser Stelle gedankt. Hier sollen aber nun im Folgenden einige Anmerkungen zu Nasenschildern im Allgemeinen und im Besonderen geschrieben werden. Auch in Kronach haben sie eine lange Tradition. An manchen Häusern finden wir auch heute noch diese, oft mit großem Aufwand hergestellten Werbeschilder früherer Zeit. Ein schönes Beispiel befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Antla, am Haus der Handwerkerfamilie Hümmer. In alten Zeiten waren es insbesondere die Handwerker, die mit der Darstellung ihres Zunftzeichens mit großem Stolz auf ihren Beruf hinwiesen. Anders ließe sich dieser Aufwand sonst nicht erklären. Herr Holzmann, scheint auch diesen Stolz für sein Werk zu empfinden. Mit Recht, meinen wir.

Aushänger in Kronach
Als Nasenschilder, dies sei hier zur allgemeinen Information erwähnt, werden alle Informationsschilder bezeichnet, die rechtwinkelig an eine Wand montiert sind. Da unter dem Begriff der Nasenschilder auch die Werbeschilder von Behörden, Versicherungen oder WC-Einrichtungen fallen, fällt es einem schon schwer, so hervorragend kunsthandwerkliche Schmiedearbeiten, wie die bereits genannten, unter dem gleichen Namen zu subsumieren. Wenngleich manche modern gestalteten Nasenschilder sich teilweise gut in eine historische Fassade einfügen, wünschte man sich doch in dem einen oder anderen Fall ein klein wenig mehr handwerkliche Kreativität. Einen guten Ausgleich zwischen den Werbeinteressen der Brauerei und dem Anliegen eines gelungen Auslegers findet man an der Gastwirtschaft Appels Max. Hier nimmt sich die Brauerei zurück und gewinnt gerade dadurch doch mehr an Aufmerksamkeit.
Getreidegasse in Salzburg
Ausleger, dies sei hier noch angemerkt, ist für mich der sympathischere Begriff. Um Wortklauberei, wie zum Namen der Gastwirtschaft, soll es aber hier nicht gehen. Vielmehr ist es begrüßenswert, wenn in der Oberen Stadt, die in alter Tradition geschmiedeten Ausleger wieder ihre Wertschätzung finden und so zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen. Solche „Kleinigkeiten“ erhöhen den touristischen Wert einer Stadt und können sich sogar zu einer Marke entwickeln, wie uns das Beispiel der Getreidegasse in Salzburg zeigt. Kronach befindet sich hier auf einem guten Weg. Seit 2003 gibt eine so genannte Werbeanlagensatzung, die mit dazu beiträgt, werbetechnische Auswüchse abzuwehren.

fotografieren
Mit einer fotografischen Bestandsaufnahme will der Verein „1000-Jahre-Kronach-eV“ auf gelungene „Nasenschilder“ in Kronach aufmerksam machen und dazu beitragen, dass eine Sensibilisierung für dieses Thema stattfindet. Die fotografierenden Leser dieses Artikels können gerne auch ihre Fundstücke mit einbringen. Senden Sie uns ihre schönsten Fotos an: fotos@1000-jahre-kronach-ev.de und schon bald können Sie sie in unserer Galerie ansehen.
05.11.09/hg