Der Stiftungsrat der Bürgerstiftung hat in seiner jüngsten Sitzung den Ankauf eines Gemäldes von Julius Kühnlenz beschlossen. Wie der Stiftungsrat weiter festgelegt hat, übernimmt die Bürgerstiftung Historisches Kronach die Restaurierung eines außergewöhnlichen Bilddokumentes, das den Landgerichtsassessor Lamprecht zeigt. Ferner wählte der Rat Manfred Raum zum Vorsitzenden und Odette Eisenträger-Sarter zur Stellvertreterin. Mitte Dezember wird eine Stifterversammlung stattfinden.
Ankauf einer alten Stadtansicht
Von Julius Kühnlenz, geb. 1847, Kunstmaler in Kronach, stammt das 1912 (oder 1908) entstandene Bild, das die bekannte Ansicht des Bamberger Tores von der Rosenau aus zeigt (das Bild hängt auf unserem Foto an der Wand).

Interessant sind dabei einzelne Bestandteile, wie zum Beispiel die Schieferverkleidung der Schwedenstraßenseite der Alten Torwache. Das Bild wurde angekauft um den bereits im städtischen Museumsdepot vorhandenen Bestand von Kühnlenzbildern, es handelt sich um zwei historische Porträts, zu erweitern.
Stiftungsrat Dr. Gerhard Spoerl konnte in der Sitzung auch Einzelheiten aus dem Schaffen von Julius Kühnlenz mitteilen, der sich aus der Porzellanfabrik zurückgezogen und sich als Kunstmaler in der Villa Kühnlenz, Rodacherstrasse, niedergelassen hatte. Vorsitzender Manfred Raum regte an, daß dem Werk von Kühnlenz durch weitergehende Studien, z.B. durch eine Facharbeit an einem Kronacher Gymnasium nachzugehen wäre.
Restaurierung eines Papierbildes
Das Porträt des Landgerichtsassessors Andreas Lamprecht, in verschiedenen Schriften wird er auch als Rechtskonsulent betitelt, stammt aus dem städtischen Museumsbestand und befand sich in einem sehr schlechten Erhaltungszustand.
Durch die Restaurierung, die zum Teil aus einer Zuwendung von Stiftungsrat Dr. Heinz Köhler finanziert wird, wurde der weitere Verfall gestoppt, allerdings handelt es sich um eine sehr empfindliche Papierarbeit. Lamprecht wurde beim Aufenthalt Napoleons in Kronach auserwählt, diesen bei seiner Besichtigung der Festung Rosenberg zu begleiten. Bisher war angedacht, das Bild in einer Festungsgeschichte-Ausstellung zur Illustration des Geschehens zur Zeit des Aufenthaltes Napoleons in Kronach zu verwenden. Auch zu der Person des Landgerichtsassessors und seiner sonstigen Tätigkeit in Kronach wären weitere Untersuchungen von Literatur und Aktenmaterialien durchaus von Interesse. Auf dem Foto hält Stiftungsrat Dr. Manfred Blinzler das restaurierte kleinformatige Werk.
Tombola-Preise weiter erwünscht
Durch die Mitglieder des Stiftungsvorstandes Georg Löffler und Thomas Kolb wurde die Finanzlage der Stiftung dargestellt. Der mittlerweile 101 000 Euro umfassende Kapitalstock sei krisensicher angelegt, auch die Zinserträge seien angemessen. Durch die Weihnachtsmarkttombola sei ein weiteres Ansteigen des Grundkapitals zu erwarten, wobei dankenswerterweise aus der Bevölkerung und den Betrieben erfreulich Sachpreise gespendet würden. Einen der Hauptpreise bei der Tombola konnten die Stiftungsratsmitglieder gleich in Augenschein nehmen, nämlich ein von der Firma Auto-Graf gespendetes Mountainbike.
Die jährliche Stifterversammlung wird voraussichtlich am 14. Dezember stattfinden, Einladungen hierzu ergehen zeitgerecht. Als ein besonderes Anliegen wurde von der Stiftungsratsversammlung die museale Neuausrichtung in der Stadt erachtet. Es reiche nicht aus, nur auf der Festung Rosenberg museale Einrichtungen zu etablieren.
Wegen ihrer touristischen Bedeutung benötige die obere Stadt zur Belebung neue attraktive Angebote. Angesichts der so zahlreichen Museumsobjekte aus dem stadtgeschichtlichen Bereich läge darin gerade ein Entwicklungspotential für die Obere Stadt. Dies sei eine Herausforderung, der sich nun intensiv auch die Bürgerstiftung stellen wolle, um damit einen Beitrag zum Abbau des Leerstandes in der Oberen Stadt zu leisten.



