
So vielseitig wie der Namensgeber Lucas Cranach d. Ä., geboren 1472 in Kronach, so abwechslungsreich und unterhaltsam ist das kleine Spezialmuseum ausgestattet. Die Besucher finden hier keine Cranach-Originale, sie können aber viel über Leben und Werk des ´Malerfürsten´ Lucas aus Kronach erfahren, der sich nach seiner Geburtsstadt benannt hat.
Mit Schaufenster-Ausstellungen wurde die Corona-Pandemie-Zeit überbrückt. Jetzt weist die Fensterdekoration darauf hin, was in den CRANACH-WELTEN zu erleben ist.


In den CRANACH-WELTEN geht es um Geschichte(n) von Cranach-Werken, hier um das Bildnis eines bartlosen jungen Mannes.

Der zweite Ausstellungskomplex der CRANACH-WELTEN ist als Cranachs ´Wunderkammer´ bezeichnet. Solche hatten sich zu seinen Zeiten gerne die Herrschenden und sehr reiche Bürger zugelegt. Das waren Sammlungen aller denkbaren Besonderheiten und Kostbarkeiten, insbesondere von Reliquien. Hier geht es um viele alltägliche Funde und Erscheinungsformen von Cranach`schen Einflüssen. Die Exponate sind meist selbsterklärend, sie werfen Schlaglichter auf die Kreativität des Künstlers und Unternehmers, auf die Zeit der Reformation, in der er für die neue Lehre mit seinen Illustrationen größte Bedeutung hatte, seine Werkstatt aber auch von altgläubigen Kunden große Aufträge erhielt. Seit der Kronacher Landesausstellung 1994 werden seine unternehmerischen Erfolge herausgestellt, der Malerunternehmer, der auch Apotheker, Weinhändler und Drucker war – zu all dem finden sich Exponate, die deutlich machen, wie er vereinnahmt und vermarktet wird. Bei der Sammeltätigkeit haben wir als Kriterien also sein Porträt, seinen Namen, seine Signatur (die Schlange) und schließlich seine Werke angewendet. Da finden wir dann eben in der Bodenmarke von Kronacher Rosenthal-Geschirr den Namen ´Lucas Cranach´ vor gut 100 Jahren oder im Jahr 1959 auf einem Fernsehgerät aus dem VEB Rafena in der ehemaligen DDR. Und so können die Besucherinnen und Besucher auch die übrigen Kriterien auf den ausgestellten Objekten und Zeugnissen entdecken und sich freuen oder wundern über die immer wieder zutage tretende Präsenz des in Kronach geborenen Meisters, der in wohl allen großen Museen auf der Welt seinen Platz hat. Dieser einmalige Künstler-Unternehmer, der seine Zeit und die Gesellschaft in außergewöhnlicher Weise mitgestaltet hat, wirkt noch nach über 500 Jahren fort – nicht zuletzt in seiner Geburtsstadt, wo er zum Namenspatron der hiesigen Hochschuleinrichtung erkoren wurde.
mr/16.3.2023