
Und da gab es vieles zu sehen, hören, erleben und schmecken. Ohne ein schmäußiges Bier würde alles nicht laufen. Woher kommt eigentlich dieses Wort „schmäußig“, wollte Stadtvogt Hans Götz bei der Theater-Aufführung der Pottu-Gruppe wissen. Vielleicht ja von „schmausen“. Oder auch von schmusen, denn nach einigen Schmäußbräu werde man garantiert sehr schmusig. Verbrieft in den Unterlagen der Stadt ist, dass es vor genau 350 Jahren im Jahre 1657 einen Streit um ein Hochzeitsbier gab.
Damals war genau geregelt, wer zu welcher Zeit Bier brauen durfte. Ausnahmen wurden äußerst streng gehandhabt. Da wollte der Sohn der Reußn eine Steinwiesnerin heiraten, keine arme, wussten die Bräuweiber zu berichten. Der Vater hatte sein Bräurecht schon beansprucht und da wurde mit Erlaubnis des Bürgermeisters neues Bier für die Hochzeit gebraut. „Des däffn die nje!“, riefen einige andere Frauen wütend über diese Ausnahme. Schließlich war es unverheirateten Männern nicht erlaubt, Bier zu brauen. Zwar ließen sich der zuständige Viertelmeister und ein Rat fast mit dem frischen Bier „einweichen“, aber am Ende gab es kein Erbarmen: Für den jungen Reuß gab es einen kleinen Verweis, weil der ja verliebt war und man in so einem Zustand nicht richtig denken kann. Der alte Reuß bekam einen großen Verweis, denn der war ja schon lange verheiratet und hätte klar denken müssen. Und das Schmäußbier sollte im Keller bleiben, bis den Kronachern einmal das Bier ausgeht. Weil dies nie geschah blieb das Bier in den Kellern. Scheinbar muss der Kronacher Braumeister Thomas Kaiser einen Zugang zu diesen Kellern gefunden haben, da er seit einigen Jahren dieses Schmäußbier nachbraut.{mospagebreak title=Highlights des Stadtfestes}Beim Stadtspektakel gab es wieder viel zu entdecken. Bürgerwehr und Ausschüsser lagerten in der Oberen Stadt. Handwerker und Händler boten ihre Waren in der Lucas-Cranach-Straße feil. Beim Zinngießer konnte man Housnküh, Cranach-Drachen und Rosen erwerben. Ritterliche Männer derer zum Goldenen Turm zu Cranaha wogen die Besucher mit leichten und schweren Pfunden. Spielmannsleute sorgten auf ihren alten Instrumenten für die richtige musikalische Umrahmung. Drei Tage war Kronach in die Renaissance- und Barockzeit eingetaucht. – und alle hatten ihr Freude daran. Weitere Bilder vom Historischen Stadtfest 2007 können Sie in der Fotogalerie und auf dieser Homepage anschauen.
