Kronacher Filmpreis 2007

Kunstsommer findet Fortsetzung in Oberfranken

Lucas-Cranach-Preis
Bekanntgabe der Preisträger des 6. Lucas-Cranach Preises der Stadt Kronach für VideokunstDie Vertreter der Stadt Kronach, des Vereins „1000 Jahre Kronach“ und des Kronacher Kunstvereins freuen sich, die Entscheidung der Jury zum diesjährigen Lucas-Cranach-Preis der Stadt Kronach für Video bekannt geben zu können. 2007 wurde der Preis deutschlandweit für Videokunst ausgeschrieben. Zahlreiche, auch internationale, in Deutschland lebende junge KünstlerInnen beteiligten sich an der Ausschreibung. Eine internationale Jury hat über die Vergabe von zwei ersten Preisen in Höhe von je 2.500,- Euro sowie einen Förderpreis über 1.250,- Euro entschieden.

Von Malerei zu Videokunst Die Stadt Kronach schreibt den Lucas-Cranach-Preis für zeitgenössische Kunst seit 1992 aus. Anfänglich als Preis für Malerei, zeitweise auch für Druckgrafik, ist der Lucas-Cranach-Preis seit 2004 der Videokunst gewidmet. Mit dem Fernsehhersteller LOEWE vor Ort findet sich ein engagierter Partner für die Präsentation der prämierten Medienkunstwerke in Kronach. Aktuelle Videoarbeiten junger deutscher oder in Deutschland wohnender Künstlerinnen und Künstler waren diesmal zu würdigen. Die Ausschreibung war thematisch offen. Ausstellung im Herbst Im September und Oktober 2007 wird in Kronach eine Ausstellung mit den Arbeiten der PreisträgerInnen sowie sechs weiteren von der Jury vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstlern stattfinden. Die Preisvergabe erfolgt bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Ausstellung wird von Judith Raum kuratiert. Der diesjährige Kunstsommer findet so in der Region Oberfranken eine sehenswerte Fortsetzung: Auf gerader Linie zwischen Berlin und München wird in Kronach ein ausgewählter Einblick in die derzeitige Videokunst in Deutschland geboten werden. Verpflichtendes Erbe Lucas Cranach der Ältere, 1472 in Kronach geboren, gilt als einer der bedeutendsten Maler der deutschen Renaissance. Sein Leben und seine künstlerische Arbeit sind geprägt von einer engagierten und kritischen Auseinandersetzung mit Umbruchsphänomenen seiner Zeit wie der Reformation. Der Künstler war stets bemüht, gesellschaftsbezogen an neuartigen Formen der Vermittlung von Kernproblemen seiner Epoche zu arbeiten, was auch bedeutete, neueste technologische Errungenschaften für seine Arbeitsmethoden zu adaptieren. Die Ausschreibung des Lucas-Cranach-Preises durch die Stadt Kronach ist an dieser Herangehensweise orientiert. Ein Schwerpunkt des städtischen Kulturprogramms liegt auf der Förderung und Präsentation von Projekten internationaler, zeitgenössischer Kunst. Neben dem Lucas-Cranach-Preis hat die Stadt Kronach durch die Aufstellung einer Videoinstallation des italienischen Medienkünstlers Fabrizio Plessi oder die Präsentation der Sammlung Lorenz mit Arbeiten von Cosima von Bonin, Mark Dion, Clegg&Guttman u.a. in der Fränkischen Galerie auf der Festung Rosenberg auf sich aufmerksam gemacht. Die PreisträgerInnen Die 25minütige Arbeit „Nearness to large rivers eats the eyes“ (2007) der in Berlin lebenden Künstlerin Elke Marhöfer erhält einen der ersten zwei Preise. Der als Video-Doppelprojektion angelegte Film ist eine stille Beobachtung von Alltagsmomenten des Lebens in Burkina Faso, in bewusstem Unterschied zu narrativen Strukturen, wie sie im Dokumentarfilm-Genre gebräuchlich sind. Erst gegen Ende des Films wird die Notlage ersichtlich, unter der die Bevölkerung aufgrund des allgemeinen Wassermangels und eines beschädigten Stausees leidet. Ein weiterer erster Preis geht an den 7minütigen Videofilm „Hospital Bone Dance“ (2007) von den beiden ebenfalls in Berlin lebenden Künstlerinnen Judith Hopf und Debora Schamoni. Die Arbeit verwendet die bekannten Filmformate des Krankenhaus-Films und des Musikvideos und inszeniert einen humorvollen Kommentar des aktuellen Niedergangs des Gesundheitssystems. Mysteriöse und unvorhergesehene Ereignisse, mit denen eine Stationsschwester konfrontiert wird, hinterlassen beim Betrachter ein eher unheimliches Gefühl und stellen das geregelte System in Frage. Der Förderpreis geht an den irischen Künstler Sean Lynch, der eben ein Studium an der Städelschule in Frankfurt/Main beendet hat, für sein 8minütiges Video „Latoon“ (2006). Der Film zeigt ein Interview mit einem Aktivisten in Irland, der das Fällen eines wundersamen Busches für einen Autobahnbau erfolgreich verhinderte, und wechselt zwischen Einführung in Volkssagen und Dokumentarfilm über Umweltschutz. Ansprechpartner für die Medien: Judith Raum M.A., Berlin per Email