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Melchior-Otto-Gedenktag 2008

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Die Christen der Stadt Kronach gedachten gemeinsam mit den politischen Mandatsträgern des Bamberger Erzbischofs Melchior Otto Veit von Salzburg. Er war verantwortlich für die Gründung der Universität Bamberg und bedachte Kronach mit tatkräftiger Unterstützung. Er spendete auch das Kupfer für drei neue große Glocken in der Stadtpfarrkirche. Beim Melchior-Otto-Tag gehe es nicht nur um einen Blick in die Vergangenheit, sondern darum, aus der Vergangenheit heraus Impulse für die Gegenwart zu bekommen, unterstrich Regionaldekan Günter Hübner. Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst trafen sich traditionell die Vertreterinnen und Vertreter von katholischer und evangelischer Kirchengemeinde mit den Verantwortlichen der Stadt Kronach. „Sucht der Stadt Bestes“ habe einst ein Prophet gesagt.

„Man könnte sich den ganzen Tag ärgern, aber man ist nicht dazu verpflichtet“, habe ein Freund seiner Familie oft gesagt, erläuterte Stadtpfarrer Hübner. Ob der Apostel Paulus wohl auch so gedacht haben mag, als er miterlebte, dass die Menschen in seiner geliebten Gemeinde Korinth so sehr miteinander stritten? Damals gab es in Korinth vier Parteiungen, die einander bekämpften. Sie sprachen einander das Recht auf den wahren Glauben ab. Es gab große soziale Unterschiede. Viele hielten sich für besonders heilig, obwohl manche noch heidnische Götzen anbeteten. Und dennoch redete Paulus die Gemeinde in Korinth als die Heilige, die von Gott Geheilte an.

Auch heute haben die Menschen vielfältige Probleme, miteinander und mit sich selbst. Und dennoch dürften sich alle anschauen als von Gott Geheilte. Auch Herz und Handeln müssten davon erfüllt werden. Die Menschen in Kronach sollten einander in gegenseitiger Hochachtung begegnen, in dem Wissen, jeder habe das Zeug zur Heiligkeit. „Wenn wir so miteinander umgehen können, werden wir Zeugen für unseren Gott.“ Wir wären dann Gottes Wegbereiter in unsere Welt, in unsere Zeit, in unsere Stadt. Es war nicht nur ein Krieg um Weltanschauungen, sondern ein Krieg um Pfründe, so wie es auch heute noch aktuell passiert, erinnerte Stadtvogt Hans Götz vor dem Ehrensalut unterhalb der Ehrensäule an Bischof Melchior Otto, der den Friedensschluss im Dreißigjährigen Krieg miterlebte. Die geschundenen Männer, die ihre Haut im wahrsten Sinne des Wortes zu Markte tragen, sollten uns heute nicht nur stolz machen, sondern sie sollen mahnen an die Schrecken eines Krieges. Ebenso wie wir die tapferen Kronacher Frauen so hoch in Ehren halten, sollten wir daran denken, dass es auch in den heutigen Konflikten immer wieder gerade die Frauen sind, die darunter leiden und ihre Familien in Sicherheit bringen.

Auch Schauspieler Horst Janson, der als Darsteller ein ganzes Wochenende in der Komödie „Männer sind auch Menschen“ in Kronach auf der Bühne stand, kam zum Melchior-Otto-Tag. Kreiskulturreferentin Gisela Lang freut sich immer besonders über den Besuch dieses Schauspielers, der auch stets am jeweiligen Auftrittsort und den Menschen dort interessiert sei – und so ganz ohne jegliche Starallüren. Horst Janson ließ es sich nicht nehmen, mit zum Melchior-Otto-Gottesdienst in die Stadtpfarrkirche zu gehen und sich danach den Ehrensalut auf dem Melchior-Otto-Platz anzusehen.


Weitere Bilder vom Melchior-Otto-Tag sind im Internet unter www.np-kronach.de und der Fotogalerie zu sehen.

Schauspieler Horst Janson (vorne in der Mitte, neben Kreiskulturreferentin Gisela Lang) besuchte den Gottesdienst zum Melchior-Otto-Tag in Kronach und sah sich danach den Ehrensalut vor der Ehrensäule an.
Schauspieler Horst Janson (vorne in der Mitte, neben Kreiskulturreferentin Gisela Lang) besuchte den Gottesdienst zum Melchior-Otto-Tag in Kronach und sah sich danach den Ehrensalut vor der Ehrensäule an.
Fotos und Text: Rainer Glissnik