Landesgartenschau sowie Stadt- und Schloßerkundung standen auf dem Programm der Fahrt ins thüringische Schmalkalden, das sich die zahlreichen Fahrtteilnehmer somit selbst gestalten konnten. Die Gruppe der Landesgartenschaubesucher machte eine LGS-Führerin mit den Zielen der Schau und den vielfältigen Veränderungen vertraut, die die Anlagen mit sich brachten. Auch in Schmalkalden wurden Industriebrachen aber auch bestehende Betriebe im Zuge der Landesgartenschau neuorientiert.
Die Schönheit natürlicher Landschaft sollte dabei wieder hergestellt werden, was insbesondere bei den Fluß- und Teichelementen realisiert wurde. Anhand der “Zeitgärten” lernten die Kronacher historische Besonderheiten der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt kennen. Beeindruckt waren sie vom attraktiven Staudenflor entlang der Wege, an denen immer wieder Drehorgelmusik erklang und die historischen Instrumente besichtigt werden konnten. Nach dieser ausgezeichneten Einführung war für die weitere Erkundung des Geländes ein guter Einstieg gegeben. Durch die drei LGS-Parkanlagen und die Innenstadt gelangte man schließlich auch zur Wilhelmsburg, wo eine großzügig neu angelegte Terrassenbepflanzung das Landesgartenschauangebot ergänzt.
Fachwerkstadt und Wilhelmsburg beeindrucken
Der Weg der zweiten Gruppe führte, überwiegend individuell, durch die Straßen, Gassen und über die Plätze eines liebevoll hergerichteten Städtchens hinauf zur Wilhelmsburg. Das Renaissanceschloss bildete für beide Gruppen den Zielpunkt. Einem lohnenswerten, übrigens! Die Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt und ihrer Region ist konzeptionell vorbildlich und könnte anderen Städten, die ähnliches planen, zum Vorbild gereichen. Aber es machte auch Freude, durch die schattigen Gassen zu laufen und die renovierten Fachwerkhäuser zu besichtigen. Nicht alle nahmen dabei den Denkmalsschutz ernst. Vielleicht hatte der aber auch gar nichts gegen den Farbklecks mitten in der Stadt einzuwenden. Natürlich begegnete man beim Stadtrundgang auf Schritt und Tritt den Geist von Martin Luther, wenn man die Tagungsorte des Schmalkaldischen Bundes ablief: Lutherhaus, Rathaus, Stadtkirche St. Georg, Hessenhof , Große Kemenate u.a.

158 Stufen musste man bezwingen, wenn man den südlichen Kirchturm der St. Georgs Kirche bestieg, um in die Türmerwohnung zu gelangen, wo man von einer äußerst couragierten Türmerin begrüßt wurde. Blickte man zum Dachreiter auf dem Chordach, las man: MEMENTO MORI. Der weite Blick über die Stadt ins hügelige Umland war durch diese Mahnung vielleicht intensiver aber nicht weniger genussvoll. Die Stadt- und die Gartenschaugänger trafen sich dann wieder am Altmarkt und tauschten dort bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Bier ihre geschichtlichen und gärtnerischen Erfahrungen aus. Beide Gruppen kamen so „auf ihre Kosten“, zumal die restliche Zeit bis zur Rückfahrt im Getriebe des historischen Stadtfestes kurzweilig gestaltet werden konnte.
hg/mr 2.9.15
