Presseecho zur Kastura-Krimileseung

Kastura liest eigene Werke vor gespannt horchenden Kronacher Bürgern

Kastura liest eigene Werke vor gespannt horchenden Kronacher Bürgern
Kronacher „verhören“ Autor Lesung Krimi-Autor Thomas Kastura las auf Einladung des Vereins „1000 Jahre Kronach“ am Donnerstagabend im Kunstraum 35 und gab potenziellen Autoren eines Kronach-Krimis Tipps.

Eine ruhige, monotone Stimme ist zu hören, nur eine Leselampe sorgt für ein wenig Licht in dem dunklen Gewölbekeller. Der Ort allein konnte die Gäste am Donnerstagabend schon in Krimi-Stimmung versetzen und für den ein oder anderen vielleicht sogar Anregung für einen Krimi gegeben. Doch zunächst fand im Kunstraum 35 (Rubel-Haus) lediglich eine Krimi-Lesung mit dem Bamberger Autor Thomas Kastura statt. Dieser las unter anderem aus seinem Krimi „Eine Leiche im Gärkeller“. Nachdem die Zuhörer nach der Lesung nicht mehr nur durch den Ort inspiriert waren, prasselten viele Fragen auf den Krimi-Autor ein. Schließlich sucht der Verein „1000 Jahre Kronach“, welcher auch die Lesung organisiert hatte, einen Autor für einen Kronach-Krimi, also eine Kriminalgeschichte, die in der Lucas-Cranach-Stadt spielt. Und potenzielle Krimi-Autoren waren zu Genüge in den Gewölbekeller gekommen. Diese nahmen den Autor sozusagen ins Verhör: „Ist es überhaupt möglich, dass man als Laie etwas Ordentliches zusammenbekommt?“, wollte eine Hobby-Kriminologin wissen. „Aber natürlich, als ich angefangen habe, war ich schließlich auch Laie“, ermutigte Kastura, der seine Leidenschaft fürs Schreiben mit 16 Jahren entdeckt hat.

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„Muss ein Krimi immer einen Mörder haben?“, „Wie bau’ ich die Spannung auf?“, „Gibt es spezielle Krimis für Frauen?“ – all das galt es für Kastura zu beantworten. Ihn regen vor allem Schauplätze zu Krimi-Geschichten an. „Der Krimi darf aber auf keinen Fall wie ein Fremdenführer wirken“, betonte er. Man dürfe auch nicht zu viel von vornherein festlegen, viele Ideen entwickelten sich während des Schreibprozesses. Dennoch erwarteten die meisten Verlage ein Exposé, „ohne Plan geht nichts“, so Kastura. Das heiße aber nicht, dass nicht noch zum Beispiel Figuren hinzu kommen könnten, die in dem Konzept vorher noch nicht eingeplant waren. Auch müsse die Krimi-Geschichte nicht in der Gegenwart spielen, sondern könne sich ein historisches Ereignis zur Grundlage machen. Weiter sollten die Personen, die daran vorkommen, nicht eindeutige einer realen Person zuordenbar sein, gab der Profi einen Tipp. Er benenne seine Krimi-Figuren zum Beispiel oft nach Orten oder Städten. Ganz wichtig sei, dass der Krimi in sich stimmig ist: „Wenn der Kommissar zum Beispiel einen Wintermantel trägt und ein paar Seiten weiter ist von Sommer die Rede, dann passt das nicht zusammen.“ Und damit auch die Ermittlungsabläufe der Realität entsprechen, könne man sich bei der Polizei über deren Abläufe im konkreten Fall erkundigen. Ideen und Anregungen für eine Krimi-Geschichte könne man sich beispielsweise aus der Zeitung holen. Oft genug sei darin von Verbrechen und Gewalttaten zu lesen. Den Schauplatz für eine solche Tat könne man dann in der Krimi-Geschichte ja verändern. Zum Spannungsaufbau empfahl Kastura das so genannte Drei-Akt-Modell. „Die Krimiszene ist bei uns noch nicht so ausgeprägt. Wir sind eingekreist von fränkischen Städten, die Krimi-Autoren haben, deshalb hätten auch wir gerne einen Kronach-Krimi. Regio-Krimis liegen ja regelrecht im Trend“, erklärte Hans Götz, Zweiter Vorsitzender des Vereins „1000 Jahre Kronach“, warum sich der Verein auf die Suche nach einem Krimi-Autor begibt. Nachdem am Donnerstagabend zahlreiche potenzielle Krimi-Autoren in den Kunstraum kamen und einige davon schon äußerten, dass sie genügend Ideen für einen Kronach-Krimi haben, empfahl Thomas Kastura, einen Krimi-Kalender zu entwickeln. Jeden Monat, oder bei einem Wochenkalender jede Woche, sei dann eine Krimi-Kurzgeschichte zu lesen. Interessierte Krimi-Autoren sollen sich, so Hans Götz, zunächst Gedanken machen und ihre Krimi-Geschichte bis spätestens November einreichen. Entweder wählt eine Jury dann einen Krimi aus, der verlegt wird. Dessen Autor erhält dann das ausgelobte Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Falls es zu viele gute Krimi-Geschichten gibt, sei auch ein solcher Krimi-Kalender denkbar. Die Autoren könnten sich in diesem Fall das Preisgeld teilen. Der Auftakt ist gemacht, nun dürfen sich die Hobby-Kriminologen und potenziellen Krimi-Autoren ans Schaffen machen und frei nach ihrer Fantasie ermitteln und drauf los schreiben! Corinna Igler, Fränkischer Tag

Update:

Lesen Sie hier den Artikel der Neuen Presse über die Autorenlesung.