Völlig unerwartet hat uns Horst Rubel verlassen. Wir hätten ihn noch gerne länger in unseren Reihen behalten.

Er war den Viertelmeistern ein wichtiger Ratgeber und Motivator. Seine Begeisterung für die historische Sache war ansteckend. 3 Tage im Jahr im historischen Gewand waren ihm nie genug. Immer wieder forderte er uns auf, doch auch an normalen Sonntagen die Kronach-Besucher in Gewandung zu empfangen. Und dies konnte er so überzeugend darlegen, dass jeder von uns sich davon ein Bild machen konnte. Seine Intention war es, die Kronacher Geschichte nach außen wirken zu lassen. Unzählige Diskussionen wurden über die Vermarktung Kronachs geführt. Und seine Ideen gäben genug Material für die einschlägigen Arbeitskreise der politischen Parteien her. Politik war nicht sein Ding. Er wollte der Sache dienen.
Seine Visionen galten Kronach und insbesondere der Oberen Stadt. Und diese Visionen hatte er schon teilweise umgesetzt, als sie andernorts erst thematisiert wurden. Das heute so genannte „Rubel-Haus“ ist ein Zeugnis seiner Schaffenskraft. Der Kunstraum 35 in den sanierten Kellergewölben, ein Ansatz, wie die „Unterwelt“ Kronachs sinnvoll genutzt werden könnte. Damit aber nicht genug. Ein neues Projekt wartete bereits auf den Startschuss. Die alte Synagoge in der Amtsgerichtsstraße sollte ebenfalls im „Rubel-Stil“ hergerichtet werden. Und das hieß: keine Standardmaterialien, keine rücksichtslose Entkernung sondern Bewahrung des Rettbaren und Aufbau mit alten Handwerkstechniken. Das neue Projekt wäre sicherlich ein Schmuckstück für Kronach geworden. Hoffen wir, dass es in guten Händen bleibt.
Dem Verein „1000-Jahre-Kronach“ war Horst Rubel eng verbunden, waren dessen Ziele doch auch seine. Leider war es ihm nur für kurze Zeit vergönnt, sich in der Vorstandschaft aktiv an der Vereinsarbeit zu beteiligen. Im Mai 2009 hatte er die Schriftführerfunktion übernommen und sich fortan intensiv an den Aktivitäten des Vereins wie auch denen der Bürgerstiftung Historisches Kronach beteiligt. Mit großem Engagement und persönlichem Einsatz unterstützte er unsere Projekte, beispielsweise den Stiftertag oder die Weihnachtsmarkttombola, und trug zuverlässig zu deren Erfolg bei. Begeistert hatte er die Pläne für einen Kronach-Krimi unterstützt und mit uns die erste Krimi-Lesung in seinem Kunstraum 35 vorbereitet, wohl nicht ahnend, dass das Krankenlager ihn selbst an der Teilnahme hindern würde. Und jetzt fehlt er uns für alle noch angedachten Vorhaben.
Dann gab es da noch eine weitere Liebhaberei: die Pottu-Gruppe. Ihr war er mit ganzem Herzen zugetan. Die Spielfreude war ihm förmlich anzusehen. Dabei begann seine Bühnenarbeit als Ersatzmann. Er sprang für einen Kollegen ein und lernte auf der Fahrt zum Auftrittsort im Auto seine Rolle. Seit 1998 war er dann bei allen Theaterstücken dabei: als Ratsherr, als Bürgermeister, als Bräu oder eben als Viertelmeister. Im Stück „Die tapfern Kroniche Fraan“ beim Historischen Stadtfest 2009 spielte er einen großartigen Hauptmann. Die Theaterproben mit ihm werden uns immer in Erinnerung bleiben. Sie zeigten uns einen mit Herzblut agierenden, vor Spielfreude sprühenden und einen vor Lebenslust strotzenden Horst Rubel. So werden wir ihn in Erinnerung behalten.
Hans Götz, 2. Vorstand des Vereins
