Jakob Bogner ist von uns gegangen…

„Wenn wir unsere Gewänder tragen, dann klappt das schon!“ So klangen die zuversichtlichen Ansagen von Anna Bogner und Betty Maisel, wenn es bei einer Theaterprobe der Pottu-Gruppe nicht so klappen wollte. Jakob Bogner teilte zwar oft die Bedenken von Hans Götz, der die Proben leitete, die beiden mussten sich letztlich aber nach den Aufführungen immer wieder eines Besseren belehren lassen und den beiden Frauen recht geben.

Diese Dialoge und Situationen wird man nun bei der Theatergruppe nicht mehr erleben. Jakob Bogner ist kurz vor dem Jahreswechsel im Alter von 89 Jahren seiner Anna in den ewigen Ruhestand gefolgt. Die Pottu-Gruppe hat mit ihm einen großartigen Menschen und einen Schauspieler verloren, der sich für die historischen Rollen immer wieder als ideale Besetzung herausstellte. Ob in der Rolle eines ehelichen Tunichtgut im „Bierzwang“ oder in seiner Paraderolle in der „Kroniche Housnkuh“, als er mit seinem „Lisbethla“ die Schweden vor Kronach vertrieb – jedes Mal verstand er die Charaktere der handelnden Personen authentisch darzustellen. Gemeinsam mit seiner Anna und ihrer Freundin Betty Maisel bildeten sie den Markenkern der Pottu-Theatergruppe.

Dabei war Jakob Bogner ein „Spätberufener“. Im Rentenalter entschloss er sich im Jahre 1995 mit seiner Anna als Statisten bei den neu gegründeten Faustfestspielen mitzuwirken. Dort packte beide das Theatervirus und so war es für Hans Götz ein Leichtes, sie auch für die Idee eines historischen Theaters zu begeistern. Gemeinsam ging man mit viel Elan an die Theateraufführungen und schwamm sich im Laufe der Jahre mit den Aufführungen zum Historischen Stadtspektakel im wahrsten Sinne frei. Unvergesslich bleibt eine der ersten Aufführungen im Jahre 1996: „Mittranocht zur Heilign Nocht“, die stündlich bei bitterer Kälte sechs Mal im Hinterhof vom Schöss Zeuch dargeboten wurde.

Jakob Bogner war es, der nicht nur die zahlreichen Requisiten zu den Aufführungen mit handwerklichem Geschick beisteuerte, er bewies auch im Bühnenbau sein großes Talent. Als Mahner trat er auf, wenn die „jungen“ Schauspieler ihre Aufgaben allzu lax angingen. Sein Lob für eine gute Darbietung war einem Ritterschlag gleichzusetzen. Unter allen Schauspielern war er es, der als erster seinen Text fehlerfrei vortragen konnte, denn der wurde, wie er gern erzählte, immer nachts im Bett mit seiner Anna geprobt.

Jakob Bogner hinterlässt mit seiner Anna bei der Pottu-Gruppe eine große Lücke. Seine unverfälschte und ehrliche Freundschaft wurde allen Theatermitgliedern zuteil. Seine Hilfsbereitschaft und seine Fürsorge für andere kannten keine Grenzen. Es war ein Privileg, Menschen wie ihn und seiner Anna im Leben begegnet sein zu dürfen.