Am Dienstag, 23. September um 19.30 Uhr spricht Dr. Kai Lehmann über „Luther und die Hexenverfolgung in protestantischen Gebieten“. Der Referent ist Direktor der Museen im Zweckverband Kultur des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und leitet das Museum Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden. Die von ihm kuratierte Ausstellung „Luther und die Hexen“ auf Schloss Wilhelmsburg im Jahre 2012 zeigte die Verantwortlichkeit des Reformators bei den Hexenverfolgungen des 16. Jahrhunderts auf. Martin Luther glaubte, wie viele seiner gelehrten Zeitgenossen, an die Existenz von Hexen. Davon ist Dr. Kai Lehmann überzeugt. Luther forderte sogar zur Tötung der Hexen durch das Feuer auf.

Auch der Verein „1000 Jahre Kronach“ hat sich auf seiner Web-Seite mit der Rolle Martin Luthers im Zusammenhang mit den Hexenverfolgungen beschäftigt. Siehe dazu:Martin Luther und die Hexen
Dr. Kai Lehmann unterstützt den Arbeitskreis Hexenprozesse, dem zahlreiche engagierte Protestanten angehören und der sich für einer theologischen beziehungsweise moralische oder sozialethische Rehabilitierung ausspricht. Der Arbeitskreis sieht in der Rehabilitierung eine „historische Chance, um ein symbolisches Zeichen gegen körperliche und geistige Gewalt zu setzen“.
In einer Regionalstudie, die als Buch „Unschuldig – Hexenverfolgung in Südthüringen“ veröffentlicht wurde und als Begleitband der obigen Ausstellung fungierte, hat Dr. Kai Lehmann über 500 Fälle von Hexenverfolgungen aufgelistet und die Schicksale der betroffenen Personen aus über 60 Orten des heutigen Landkreis es Schmallkalden-Meiningen beschrieben. Hexenverfolgung fand also nicht nur in katholisch geprägten Gebieten statt.

Hans Götz, 15.09.2014