Die weibliche Seite der Reformation

Elisabeth von Rochlitz, Elisabeth von Calenberg-Göttingen, Ursula Weyda, Wibrandis Rosenblatt und Katharina Zell sind wohl den meisten (katholischen) Menschen unbekannt.

Werden Sie aber im Zusammenhang mit Katharina von Bora genannt, dann wird höchstwahrscheinlich eine Nähe zur Reformation vermutet. Diese Vermutung ist auch richtig.

Diese Protagonistinnen der Reformation stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die derzeit auf Schloss Rochlitz/Sachsen stattfindet.

Unter dem Titel „eine STARKE FRAUENgeschichte“ wird speziell die Rolle der Elisabeth von Rochlitz in der Reformationszeit beleuchtet. Sie gehörte mit zu den einflussreichsten Frauengestalten ihrer Zeit und gilt als tragende Säule der Fürstenreformation im Reich. Ihre in weiten Teilen erhaltene Geheimkorrespondenz, die Grundlage der Ausstellung bildet, zeigt das Bild einer starken und eigenwilligen Persönlichkeit, die in der auf Männer fixierten Geschichtsschreibung bisher kaum Beachtung fand.

Die Geschehnisse um Elisabeth von Rochlitz nimmt die Sonderausstellung zum Anlass, den Blick auf das inhaltlich und räumlich umfassende Generalthema „Frauen und Weiblichkeit in der Reformation“ zu richten. Die „weibliche Seite“ der Reformation wird auch durch obengenannten Frauen in der Sonderausstellung dokumentiert. Alles Frauen, die sich mutig und aktiv in das Ringen um die Erneuerung der Kirche eingebracht haben.

Nicht nur weil es in Kronach auch „starke Frauen“ gab/gibt, sei hier diese Ausstellung empfohlen. Auch weil die Werke berühmter fränkischer Meister wie Albrecht Dürer und Lucas Cranach d. Ä. diese Thematik bildhaft begleiten, wird sich ein Besuch lohnen. Schloss Rochlitz liegt, grob umschrieben, am Fluß Mulde zwischen Leipzig und Zwickau und weist, wie Kronach, eine über 1000-jährige Geschichte auf. Die Ausstellung dauert noch bis 31.10.2014.

Hans Götz, 28.05.2014