***UPDATE***Seit April diesen Jahres wird die Kreuzbergklause von Marcel Brozek bewirtschaftet. Dieser junge Mann, das kann man jetzt schon sagen, hat mit seinen frischen Ideen der traditionsreichen Gaststätte wieder neues Leben eingehaucht. Mit seinen Gerichten trifft Marcel, der Koch des Hauses, offenbar den Geschmack der Besucher: Flammkuchen, selbstgemachte Bratwürste, Musikplatte oder auch mal Fasan locken immer mehr Gäste auf den Berg. Die Facebookseite der Kreuzbergklause strotzt vor positiven Genussbekundungen.

Aber mit Kochen alleine ist der junge Wirt nicht zufrieden. Jetzt wird ein neues Projekt angepackt: Der Kreuzberg wird zum Weinberg. Am 31.10.2013 werden auf dem Kreuzberg wieder Rebstöcke gepflanzt. „Wieder“ deshalb, weil hier bereits vor 600 Jahren eine Weinbaukultur bestand. 1412 wird in den bischöflichen Salbüchern von einem „… holz am weynberg“ geschrieben, womit der jetzige Kreuzberg gemeint war. Am Abhang nach Höfles zu und von Ruppen aufwärts sollen die Weingartenäcker angelegt gewesen sein. Georg Fehn, der Autor der Kronacher Chronik, schreibt im Band IV: „Auch die westliche Berglehne muss teilweise mit Reben bepflanzt gewesen sein, da ich noch um 1880 einen verdorrten Rebstrunk daselbst fand.“ Lange vorher war es dann schon mit dem Kronacher Weinbau zu Ende gegangen.
601 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung wird nun wieder ein Versuch gestartet, den Wein am Kreuzberg heimisch werden zu lassen. Wenn die „Klimaveränderung“ das ihre dazu beiträgt, kann dieses Experiment gelingen. Ob dann ein Weinkenner über den ersten Kronacher Wein des 21. Jahrhunderts wie der Bamberger Hofkanzler im Jahre 1648 schreibt: „Der Croniche Wein mus gutt sein, weil der so frisch blutt geberet …“ Das wollen wir nicht hoffen, dass ein Aderlass für die Bewertung des künftigen Kreuzbergweines herhalten muss. 1000 Jahre Kronach freut sich über dieses Engagement und wünscht Marcel Brozek und seinem Team viel Erfolg. Quelle: Georg Fehn, Chronik von Kronach, S. 55 ff.

