Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg findet eine Ausstellung statt, die auch die historischen Kronacher interessieren dürfte. Vor allem diejenigen, die sich mit dem Kronacher Handwerk zu hochstiftlichen Zeiten beschäftigen. Das Germanische Nationalmuseum präsentiert unter dem Titel „Zünftig! Geheimnisvolles Handwerk 1500 – 1800″ eine Überblicksschau über das Zunftwesen in Nürnberg. Die Ausstellung kann dabei auf die reichhaltig bestückte hauseigene Zunftaltertümer-Sammlung zurückgreifen, die Handwerksgeräte und Zunftobjekte enthält, die es in Deutschland nirgend anderswo gibt. Also eine Gelegenheit für Kronacher Handwerker sein zünftiges Wissen aufzufrischen oder zu erweitern.

Dabei gibt es im modernen Kronach noch ein zünftiges Handwerk, das beim Historischen Stadtspektakel immer wieder gezeigt wird: das Handwerk der Seiler. Unter der Führung des hist. Seilermeisters Jakob Bogner werden hier nicht nur in alter Weise Seile gedreht, sondern auch auf den Versammlungen der zünftigen Tradition gefolgt und nur bei offener Zunftlade und brennender Kerze die handwerklichen Probleme besprochen.

Diese Vorgaben können auch in der Kronacher Seilerordnung von 1483 nachgelesen werden. Die „Ordnung der Pecken“ (1457) und die „Metzlerordnung“ (1514) gaben den beiden wichtigsten Gewerben in Kronach die Regeln vor. Von den Kronacher Schuhmachern ist die älteste Ordnung aus dem Jahre 1481 bekannt. Daneben sind von den Färbern und den Schmieden Abschriften ihrer Zunftordnungen im Stadtbuch eingetragen. In Kronach waren aber noch andere, nicht in Zünften organisierte Handwerker tätig: Gerber, Lederer, Riemenschneider, Zimmerleute, Hafner, Dachdecker, Ziegler und Maler.
Da es vom Kronacher Handwerk nur wenige Hinterlassenschaften gibt, wäre es sicherlich interessant diese Lücke durch den Besuch der Nürnberger Ausstellung zu schließen. Sie ist bis 07. Juni 2013 im Germanischen Nationalmuseum zu sehen.
Weitere Informationen: http://www.gnm.de/index.php?id=390
Hans Götz, 23.03.2013