Zum Historischen Stadtspektakel wurde in Kronach das Schöödu-Haus vom Stadtvogt Hans Götz und dem verantwortlichen Viertelmeister Stefan Wicklein eröffnet. Weitab von der sittsamen Kirche im II. Viertel der Oberen Stadt soll es nun zukünftig, aber nur zum Historischen Stadtfest, ein Haus zum freizügigen „Schöödun“ geben. Doch welches Geheimnis verbirgt sich denn nun hinter dem Schöödu-Haus? Was hat es mit dem „Schöödun“ auf sich? Und wie kann man sich „einbringen“?

Bereits zum Schmäußtag konnten einige liebenswerte Frauen für die Arbeit im Schöödu-Haus gewonnen werden. Am Samstag, den 18.06.2011, um 22.30 Uhr, bei warmem Sommerabendtemperaturen, war es dann soweit. Die Schööduerinnen zogen begleitet von der Musikgruppe „Drachenmond“ in ihr Haus in der Amtsgerichtsstraße ein. Vorher wurde vom Rat der Stadt Kronach offiziell die Erlaubnis zum Betrieb eines „solchen Hauses“ eingeholt. Die Aufsicht wurde dem Viertelmeister des II. Viertels Stefan Wicklein, der für die personellen Fragen zuständig ist, und dem Kastner, der sich mehr um die Einnahmen (aber nicht nur) zu kümmern hat, übertragen.

Mit einer sehenswerten Zeremonie und einer beeindruckenden Rede hat der Stadtvogt Hans Götz das Geheimnis um das Schöödu-Haus gelüftet. Dem Spektakel zugrunde lag die Fragestellung, wie das finanziell angeschlagene Kronach zu mehr Einnahmen kommen könne: Die Idee, die sich aus der Sicht der Mitverantwortlichen für das Historische Stadtspektakel entwickelte, war ein freudenreicher und anziehender Einfall: Das Schöödu-Haus, in dem 13 Frauen die Liebe zu Kronach verkaufen. „Es ist in Stadt und Land bekannt, dass der Amthauptmannschaft die Einnahmen aus dem Zehnt und Lehen sowie dem Pfannen- und Umgelt bei Weitem nicht mehr ausreichen, um die vielfältigen Aufgaben, die teilweise vom Hochstift auferlegt, teilweise selbst verschuldet sind, zu erfüllen. Das Schöödu-Haus soll also als neue Einnahmequelle dienen„, so Stadtvogt Hans Götz. Übertragen wurde die Zuständigkeit und Verwaltungshoheit vom Stadtvogt auf den für das II. Viertel Verantwortlichen und von der Strahlkraft des erneuten Sieges beim Viertelmeisterlauf gestärkten Stefan Wicklein mit gewichtigen Worten. „…Denn wer sonst soll wie Wicklein, der Jahr für Jahr auf seine körperliche und geistige Schönheit verweist, geeigneter sein“, fragte der Stadtvogt. So wurde nun das Schöödu-Haus in der Amtsgerichtsstraße seiner Bestimmung übergeben. Zur Bekräftigung, dass an diesem Ort der Liebe zu Kronach nachgegangen werden soll, wurde extra ein edler Tropfen, der Schöödu-Wein, kreiert. Ein Franken-Rotling, in den Farben der Liebe und Sünde rubinrot funkelnd, sollte es sein, der den Ort der Zuneigung zu Kronach schmackhaft machen soll. Auch wenn sich nicht jeder traut, sich vom Kastner auf die Liste der Liebenden im Schöödu-Haus setzen zu lassen, so kann ein jeder nun dennoch etwas Gutes tun und auf die Liebe zu Kronach genüßlich mit seinem Partner (oder Freunden…) anstoßen: Der Franken Rotling aus Karlstadt am Main (Weinbau Klaus Frank), ein ausgezeichnet mundender Sommerwein in Kabinett-Qualität, kann in der exklusiven und limitierten Schöödu-Haus-Auflage auch jetzt noch käuflich (4,90 Euro/Litr.) erworben werden. Eine Email zur Bestellung genügt: Limitierten Schöödu-Wein jetzt ordern!
