Burgen- und Festungsmuseum im Blickpunkt

Prof. Ulrich Großmann und Bürgermeister Manfred Raum

Wartburggesellschaft zur Burgenforschung tagt in Kronach

Prof. Ulrich Großmann und Bürgermeister Manfred Raum

Die Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern veranstaltete ihre 15. Jahrestagung in der Stadt Kronach. An der viertägigen Veranstaltung mit zahlreichen Fachvorträgen im Historischen Rathaus und Exkursionen nahmen rund 60 Wissenschaftler teil. Ein lang gehegter Wunsch der Gesellschaft ging in diesem Jahr in Erfüllung. Vor wenigen Wochen fiel die Entscheidung, dass der Freistaat Thüringen auf der Heldburg das Deutsche Burgenmuseum einrichten wird.

So informierte der Vorsitzende der Wartburg-Gesellschaft, Prof. Ulrich Großmann, der auch Leiter des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg ist, bei einem Pressegespräch mit Kronachs Bürgermeister Manfred Raum. Für das Projekt, dessen geplante Bausumme von vier bis fünf Millionen Euro zur Hälfte aus EU-Mitteln finanziert wird, rechnet er mit einer Fertigstellung in vier Jahren.

Prof. Ulrich Großmann (links), Vorsitzender der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, und Kronachs Bürgermeister Manfred Raum (rechts) vereinbarten bei der 15. Jahrestagung der Gesellschaft in Kronach die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe für die Festung Rosenberg.

In diesem Zusammengang erläuterte Manfred Raum die bereits vor einigen Jahren entwickelten Überlegungen der Stadt, die Festung Rosenberg als Deutsches Festungsmuseum auszubauen, einen Markennamen, den sich die Stadt bereits schützen ließ. Diese Pläne stießen bei Prof. Großmann auf offene Ohren und er sicherte der Stadt die Unterstützung und auch die Mithilfe der Wartburg-Gesellschaft zu. „Für die Offenheit und Freundlichkeit, mit der wir in Kronach empfangen wurden, möchten wir Dankeschön sagen“, kündigte er die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe an, die sich mit der Festung Rosenberg beschäftigen werde. Auch Bürgermeister Manfred Raum befürwortet die Einrichtung eines Fach-Kuratoriums für die Festung. Eine Möglichkeit, in Kronach das Deutsche Festungsmuseum zu schaffen, sah Prof. Groß-mann in der Durchführung einer Landesausstellung zu diesem Thema. Das Historische Rathaus bezeichnete er als einen der bisher schönsten und auch technisch perfektesten Tagungsorte der Gesellschaft.

Herausragend an der Festung Rosenberg sei, dass sie vom 13. bis zum 17. Jahrhundert ständig ausgebaut worden sei, so dass alle Baustile in einer Anlage vorhanden seien, unterstrich Prof. Großmann. Er sprach sich für eine schonende Sanierung der Burgen aus, um die zur Verfügung stehenden Mittel effektiver einzusetzen und kritisierte dabei, dass in Bayern die Denkmalpflege nicht mehr für Staatsbauten zuständig sei. Dies führe dazu, dass oftmals fehlerhaft und mit übertriebenem Aufwand saniert und dabei viel Geld in den Sand gesetzt werde. Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung verstehe sich immer noch als reine Liegenschaftsverwaltung und sei deshalb im Finanzministerium angesiedelt. Sie sei im Gegensatz zu den Thüringer Kollegen auch nicht Mitglied der Wartburg-Gesellschaft, bedauerte er. In Deutschland gebe es etwa 12 000 Burgen und Schlösser, verdeutlichte er die enorme Dimension dieses Themas. Ziel der Wartburg-Gesellschaft sei es, der Burgenforschung ein Forum zu geben und gleichzeitig die Ergebnisse für die Öffentlichkeit verständlich und anschaulich darzustellen.